„Supertalent“ Sahin-Scholl will gegen Lena antreten

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Wien/Heilbronn - Deutschlands „Supertalent“ Freddy Sahin-Scholl will Österreich beim Song Contest vertreten: Der Mann aus Heilbronn hat bereits seine Bewerbung beim österreichischen Rundfunk eingereicht.

Wien/Heilbronn - Deutschlands „Supertalent“ Freddy Sahin-Scholl will Österreich beim Song Contest vertreten: Der Mann mit dem unglaublichen Stimmumfang hat bereits seine Bewerbung beim österreichischen Rundfunk eingereicht, sagte ein Moderator des Hitsenders Ö3 am Mittwoch. „Wir haben alle Unterlagen, wir haben den Song“, hieß es in der Sendung. Der Karlsruher, der auch einen Wohnsitz in Wien hat, will demnach mit dem noch unveröffentlichten Song „Butterfly“ antreten. Es könnte also tatsächlich zum Duell gegen Lena kommen, wie das „Bild“ am Mittwoch befürchtete.

Nach Angaben des Senders auf der Homepage hat sich das Stimmwunder bereits mehr als eine Woche vor seiner Kür zum „Supertalent“ in Wien beworben. Wie seine Chancen stehen, in Düsseldorf dabei zu sein, darüber entscheidet zunächst eine Jury und dann das österreichische Publikum. Aus über 200 Nominierten werden zunächst 30 Kandidaten ausgewählt. Das Publikum stimmt dann per SMS-Voting ab, wer Ende Februar bei der Endauswahl dabei ist.



"Supertalent 2010"

Seit letzten Sonntag steht fest: Der Gewinner der vierten Staffel der RTL Show “Das Supertalent 2010″ ist Freddy Sahin-Scholl. Für seine zwei "Zauberstimmen" wurde Freddy Sahin-Scholl (57) in der gleichnamigen RTL-Show zum Supertalent 2010 gewählt. Er singt den tiefen Bariton genauso klar wie den hohen Sopran. 22,84 Prozent der Anrufer gaben ihm seine Stimme.

Sahin-Scholl hat laut Jury-Chef Dieter Bohlen eine weltweit einzigartige Stimme. Er begeisterte das Publikum und die Jury mit seiner Eigenkomposition "Carpe Diem"; er sang zweistimmig - in den Tonlagen Bariton und Sopran. "Die Nummer ist der Oberkracher", meinte Bohlen.

Im Finale konnte sich Freddy Sahin-Scholl gegen elf weitere Kandidaten durchsetzen. Die drei Juroren, Dieter Bohlen, Bruce Darnell und Sylvie van der Vaart stimmten in den Vorrunden ab. Im Finale waren es dann alleine die Zuschauer.

Langer Weg


Bis zu 10,07 Millionen Zuschauer verfolgten das spannende und emotionale Finale der vierten Staffel von „Das Supertalent“. Aus den 40.700 Bewerbern, die sich diese Staffel beworben haben, traten am Samstagabend noch einmal die zwölf besten und beeindruckendsten Acts im großen Finale an und stellten sich der Wahl der Zuschauer, die per Telefon oder per SMS abstimmen konnten, wer „Das Supertalent 2010“ wird

In der spannenden Entscheidungsshow gewann letztlich der Mann mit den zwei Stimmen, Freddy Sahin-Scholl, mit 22,84 Prozent vor dem Sänger Michael Holderbusch mit 15,69 Prozent und dem gehörlosen Tänzer Tobias Kramer 10,30 Prozent. Freddy Sahin-Scholl: „Ich bin einfach überwältigt. Meine Pflegemutter hat damals vor 20 Jahren, als sie starb gesagt, dass, egal wie viel Runden du drehen musst, wieviel Umwege du gehst, irgendwann wird man dein Talent entdecken und warum es jetzt erst mit 57 passiert, ist ein Geheimnis.“

Die Entscheidungshow ab 00.15 Uhr sahen 5,12 Millionen Zuschauer. Seine Ausnahme-Fähigkeit, dank seiner Bariton- und Sopran-Stimme mit sich selbst im Duett singen zu können, machte Freddy Sahin-Scholl im Nu zur absoluten musikalischen Hauptattraktion der Show. Der Mann, der seine Eltern nie kennengelernt hatte, bei Pflegeeltern aufgewachsen war und 25 Jahre als Krankenpfleger gearbeitet hatte, begeisterte Menschen jeden Alters, faszinierte sie und rührte sie gleichermaßen zu Tränen. Vor mehr als zehn Jahren hatte er seinen Job aufgegeben, alle Ersparnisse zusammengekratzt, um seinen Traum zu verwirklichen und eine eigene CD aufnehmen - im Jahre 2010 zahlt sich diese mutige Investition tausendfach zurück: das Album "Carpe Diem" erscheint nun bei Sony Music erneut und ist ab sofort als Download und ab Montag, 20.12., als CD erhältlich.

Und hier die Abstimmungsergebnisse der Zuschauer in Prozent:

Freddy Sahin-Scholl 22,84% Michael Holderbusch 15,69% Tobias Kramer 10,30% Andrea Renzullo 9,65% Ramona Fottner 7,91% Natalya Netselya 6,26% Stevie Starr 5,82% Darko Kordic 5,76% Thomas Lohse 5,75% Bubble Beatz 5,20% Daniele Domizio 3,48% Ruddy Estevez 1,34%


Wer ist Freddy Sahin-Scholl?

Wer steckt hinter Freddy Sahin-Scholl, oder besser Galileo, wie sein Künstlername lautet? Dieser Galileo ist ein Heilbronner Kind - genauer gesagt: ein Heilbronner Besatzungskind. Seinen Geburtsort kennt der 57-Jährige, nicht aber seine Eltern. Dunkel kann er sich an Baracken am Neckar erinnern, präzise Erinnerungen indes setzen erst ein, als Hanni Ahlgrimm ihn mit 13 anderen Kindern, deren Mütter sich schämten, von einem im Unterland stationierten US-Soldaten ein Baby bekommen zu haben, aufnimmt. Die gelernte Krankenschwester und Hebamme Hanni wird den Kindern zur Ersatzmutter in einem mit US-Hilfe ausgebauten Haus in Wüstenrot.

Das Heim in Wüstenrot wird Freddy Scholl, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, zur Heimat. Hier geht er zur Schule und fällt durch seine musikalische Begabung auf. Mit dem Stimmbruch bekommt er seine tiefe Baritonstimme, ohne den Sopran zu verlieren. Er bleibt Autodidakt im Gesang wie am Klavier, Noten lesen kann er, der 1980 mit dem baden-württembergischen Kleinkunstpreis ausgezeichnet wird, bis heute nicht. red/dpa








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