Wunderbare Welt
Heilbronn - Die perfekte Artistik der portugiesischen Peres Brothers ließen am Mittwochabend bei der Premiere des Heilbronner Weihnachtszirkus die Zuschauer nicht nur staunen, sondern regelrecht vor Anspannung zittern. Kein Wunder, dass Veranstalter Sascha Melnjak die beiden schon zwei Jahre im Voraus für die Saison buchen musste.

Nervenkitzel
Eigentlich könnte man für jeden Artisten ein Attribut mit dem Wort „Wunder“ finden: wunderbar, wundervoll, wundersam, verwundernd, wunderschön. Einfach jeder der Begriffe scheint zu diesem Abend voller Spannung, Nervenkitzel, hochwertiger Unterhaltung und Humor zu passen.
Zum Beispiel zur Darbietung des Duo Stipka: Wundervoll ist es, wie die Geschwister auf dem Rücken von zwei prächtigen Friesenhengsten stehen und dabei ihr „Pas de Deux“ zeigen. Ein Raunen geht durchs Publikum, so anmutig wirkt die Szene. Jeder Griff, jeder Schritt sitzt. Und zum Schluss noch ein Salto auf dem Pferderücken - das ist Zirkus, wie man ihn sehen möchte.

Echte Bewunderung zaubert Encho Keryazov in die Gesichter der Menschen. Absolute Körperbeherrschung, ja Körperkunst ist es, die der Bulgare präsentiert. Mit nur einer Hand stützt er sich auf eine Metallstange, sein muskulöser Körper schwebt in der Luft, als wäre er ein Fliegengewicht - doch wer vorne sitzt, sieht die enorme Anstrengung, kann beobachten, wie die Schweißtropfen von Keryazovs Gesicht fallen.
In eine Wunderwelt entführt Marek Jama mit seiner Tierparade die 2500 Gäste in der ausverkauften Zirkusarena. Zebras, Emus, Lamas, Kamele, exotische Rinder und das Rote Riesenkänguru Alfred begeistern die Menge. Man sieht sie einfach nicht jeden Tag, diese Tiere aus Afrika, Sibirien und Australien - und vor allem nicht so nah.
Zwei Höhepunkte des Abends sind die Auftritte von Susan Lacey mit ihren zwei lustigen, verspielten Seelöwen Manta und Stefanie und die Raubtiernummer ihres Sohnes Alexander mit vier Löwen und vier Tigern. Ohne Angst steckt Lacey seinen Kopf in das Maul des frisch frisierten Löwen Massai. Unvorstellbar für den Zuschauer - purer Nervenkitzel.

Wunderbare Einstimmung auf den Zirkusabend bot die vor Fröhlichkeit sprühende, kenianische Artistentruppe Zuma Zuma. Bewundern muss man einfach die Luftakrobatik von Elaine Courtney, genauso wie die Leistung der Gruppe Flying Farfan am fliegenden Trapez und die chinesische Shenyang Truppe am Russischen Barren. Und in die Herzen der Zuschauer schleichen sich die verspielten Paviane von Maike und Jörg Probst sowie Clown Versace.
Es gibt übrigens drei Stufen von Applaus. Stufe eins, so Jongleur Anthony, heißt: „Es war ganz nett, aber ich kann das selbst besser.“ Stufe zwei sei eine Art „Wow, das möcht' ich auch gerne können“. Aber bei Stufe drei, ja, „da dürft ihr völlig ausrasten“, schreit der Entertainer. Das muss er dem Publikum nicht zweimal sagen. Vor allem nicht am Ende der Show. Mehr geht einfach nicht - wunderbarer Applaus für eine wunderbare Vorstellung.
Vorstellungen noch bis 4. Januar auf der Theresienwiese. Karten unter Telefon 07131/598000.

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