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Weinexperte und Wengertervater Götz wird 75

  
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Ehemaliger Weinbauschulchef

Dr. Gerhard Götz wird an Pfingstmontag 75. (Foto: Archiv)
Dr. Gerhard Götz wird an Pfingstmontag 75. (Foto: Archiv)

Mitte Mai führt er eine Reisegruppe durch Bordeaux. Kaum daheim sitzt er in der Jury des Trollinger-Wettbewerbs in Heilbronn. Tags darauf leitet er die amtliche Qualitätsweinprüfung in Weinsberg: Drei ganz normale Mai-Tage des Rentners Dr. Gerhard Götz. Der ehemalige Direktor der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg zählt auch elf Jahre nach seiner Pensionierung zu den Hauptakteuren der Württemberger Weinwirtschaft. Am Pfingstmontag feiert er seinen 75. Geburtstag: daheim in Obersulm-Affaltrach, wo er mit Ehefrau Ilse, geborene Schmalzhaf aus Schwaigern, drei Kinder groß gezogen hat - und am Rande der Weinberge einen exotischen Garten umtreibt.

Der älteste Sohn einer Fleiner Bauernfamilie studierte nach Abitur und Gesellenprüfung an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim. Hier wirkte er nach der Promotion auch als Akademischer Rat. Über die Geschäftsführung des Weinbauverbandes Württemberg kam Gerhard Götz 1970 an Deutschlands älteste Weinbauschule. Er brachte frischen Wind in die Gemäuer am Traubenplatz und baute die Anstalt zu einem modernen Lehr- und Versuchszentrum aus. Vom guten Ruf Weinsbergs zeugen Absolventen in aller Welt, aber auch Züchtungen wie Kerner, Dornfelder, Cabernet-Kreuzungen sowie viele innovative Produkte des Staatsweingutes Weinsberg. Unter Direktor Götz wurden neue Techniken für Anbau und Ausbau von Obst und Wein entwickelt. Im Verbund mit der Hades-Gruppe stieß er die neue deutsche Holzfasswelle an.

Sein scheinbar unerschöpfliches Wissen findet sich nicht nur in gedruckter Form. Als Branchenfunktionär, Probenmoderator oder etwa Reiseführer ist er viel gefragt: Weil Dr. Gerhard Götz nicht nur gescheit und geistreich ist, sondern durch und durch menschlich. (kra)

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