Weihnachtszirkus feiert Premiere

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Heilbronn - Ihr Programm hochkarätig zu besetzen, das ist für die Zirkusmacher Sascha Melnjak und Uwe Gehrmann längst kein Problem mehr. Im Gegenteil: Internationale Artisten oder deren Agenten klopfen von sich aus an, um beim in Fachkreisen hochgelobten Heilbronner Weihnachtszirkus dabei zu sein. Gestern durfte sich das Publikum bei der Gala-Premiere davon überzeugen. Bis 4. Januar finden täglich Vorstellungen statt.

Von Stefanie Sapara



Einen Handstand, ja, den bekommt man als Laie vielleicht noch hin. Ein Kopfstand ganz ohne sich mit den Händen abzustützen, das dürfte für die meisten schon mehr als schwierig werden. Aber einen Kopfstand ganz ohne Halt, auf dem Kopf des stehenden Bruders, das schaffen wohl nur die portugiesischen Peres Brothers. Am Mittwochabend ließen sie bei der Premiere des Heilbronner Weihnachtszirkus die Zuschauer nicht nur staunen, sondern regelrecht vor Anspannung zittern. Kein Wunder, dass Veranstalter Sascha Melnjak die beiden schon zwei Jahre im Voraus für die Saison buchen musste.

Nervenkitzel

Eigentlich könnte man für jeden Artisten ein Attribut mit dem Wort „Wunder“ finden: wunderbar, wundervoll, wundersam, verwundernd, wunderschön. Einfach jeder Begriff scheint zu diesem Abend voller Spannung, Nervenkitzel, hochwertiger Unterhaltung und Humor zu passen.

Zum Beispiel zur Darbietung des Duo Stipka: Wundervoll ist es, wie die Geschwister auf dem Rücken von zwei prächtigen Friesenhengsten stehen und dabei ihr „Pas de Deux“ zeigen. Ein Raunen geht durchs Publikum, so anmutig wirkt die Szene. Jeder Griff, jeder Schritt sitzt. Und zum Schluss noch ein Salto auf dem Pferderücken – das ist Zirkus, wie man ihn sehen möchte.

Schweißtropfen

Echte Bewunderung zaubert Encho Keryazov in die Gesichter der Menschen. Absolute Körperbeherrschung, ja Körperkunst ist es, die der Bulgare präsentiert. Mit nur einer Hand stützt er sich auf eine Metallstange, sein muskulöser Körper schwebt in der Luft, als wäre er ein Fliegengewicht – doch wer vorne sitzt, sieht die enorme Anstrengung, kann beobachten, wie die Schweißtropfen von Keryazovs Gesicht fallen.

In eine Wunderwelt entführt Marek Jama mit seiner Tierparade die 2500 Gäste in der ausverkauften Zirkusarena. Zebras, Emus, Lamas, Kamele, exotische Rinder und das Rote Riesenkänguru Alfred begeistern die Menge. Man sieht sie einfach nicht jeden Tag, diese Tiere aus Afrika, Sibirien und Australien – und vor allem nicht so nah.

Zwei Höhepunkte des Abends sind die Auftritte von Susan Lacey mit ihren zwei lustigen, verspielten Seelöwen Manta und Stefanie und die Raubtiernummer ihres Sohnes Alexander mit vier Löwen und vier Tigern. Ohne Angst steckt Lacey seinen Kopf in das Maul des frisch frisierten Löwen Massai. Unvorstellbar für den Zuschauer – purer Nervenkitzel.

Wunderbare Einstimmung auf den Zirkusabend bot die vor Fröhlichkeit sprühende, kenianische Artistentruppe Zuma Zuma. Bewundern muss man einfach die Luftakrobatik von Elaine Courtney, genauso wie die Leistung der Gruppe Flying Farfan am fliegenden Trapez und die chinesische Shenyang Truppe am Russischen Barren. Und in die Herzen der Zuschauer schleichen sich die verspielten Paviane von Maike und Jörg Probst sowie Clown Versace.

Es gibt übrigens drei Stufen von Applaus. Stufe eins, so Jongleur Anthony, heißt: „Es war ganz nett, aber ich kann das selbst besser.“ Stufe zwei sei eine Art „Wow, das möcht’ ich auch gerne können“. Aber bei Stufe drei, ja, „da dürft ihr völlig ausrasten“, schreit der Entertainer. Das muss er dem Publikum nicht zweimal sagen. Vor allem nicht am Ende der Show. Mehr geht einfach nicht – wunderbarer Applaus für eine wunderbare Vorstellung.

Info: Heilbronner Weihnachtszirkus


Bis 4. Januar Vorstellungen um 15.30 und 19.30 Uhr. Eintrittspreise zwischen 16 und 30 Euro. Vorverkauf: Heilbronner Stimme, Tourist-Info oder unter 07131/598 000. Die Tiere können jeweils in den Vorstellungspausen besucht werden. Weitere Infos unter www.weihnachtscircus.com



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