Vom Viktoriasee zum Neckarstrand
Heilbronn - Father John aus Uganda informiert die Augustinusgemeinde über seine Projekte

Heilbronn - Schon elf Mal ist John Mayiga Kiwanuka, von seinen Freunden liebevoll Father John genannt, von Uganda nach Heilbronn gereist, um im August in der katholischen Augustinusgemeinde die Urlaubsvertretung für den amtierenden Pfarrer zu übernehmen. In diesem Jahr berichtete er im Gemeindesaal in Wort und Bild zum Thema "Sinnvolle Entwicklungshilfe zur Selbsthilfe" über seine inzwischen abgeschlossenen Bauprojekte und über die weiteren Planungen, die es noch zu verwirklichen gilt.
Zukunft
Father John, 53, ist seit 26 Jahren Priester in der Diözese Masaka. Seit 26 Jahren leitet er die Pfarrei St. Kizito Luvule, die am Viktoriasee liegt. Zusammen mit zwei Kaplänen ist er auch für 13 weit auseinander liegende Unterpfarreien mit 7600 Gläubigen verantwortlich.
Uganda hat knapp 32 Millionen Einwohner. Etwa 80 Prozent der Bevölkerung ist unter 25 Jahre alt. Die Menschen leben von der Landwirtschaft, teilweise vom Fischfang, viele aber in absoluter Armut. "Die Zukunft unseres Landes und unserer Kirche hängt von den Kindern ab." Dringend notwendig sei deshalb eine gute Schul- und Lebensausbildung. Das sind große Worte, aber Father John hat auch Taten folgen lassen. Seine Pfarrei baute durch großzügige Spenden und mit vielen Eigenleistungen eine kirchliche Schule. Der Staat Uganda bezahlt die Gehälter der Lehrkräfte und stellt Schulbücher zur Verfügung. Die Kirche ist für die Gebäude und für die gesamte Organisation und Verwaltung verantwortlich.
Spenden
740 Kinder besuchen diese Schule. Sie beinhaltet eine Primärschule und eine Oberstufe mit Abschluss zur Mittleren Reife. Viele Eltern sind froh, wenn sie das Schulgeld von 150 Euro pro Jahr aufbringen können. Weil die Kinder auf ihren weiten Schulwegen morgens und abends in der Dunkelheit großen Gefahren ausgesetzt sind, hat die Gemeine St. Kizito für 180 Kinder ein Internat gebaut. "Durch sehr großzügige Spenden der St. Augustinusgemeinde konnten wir im letzten Jahr eine Halle mit 90 Betten und eine zweite Halle mit Stockbetten ausstatten", freute sich Father John.
Als nächstes Projekt soll ein Haus erstellt werden, in dem ein Speisesaal und ein Lern- und Aufenthaltsraum untergebracht sind. Dafür sind aber 17 000 Euro notwendig. Ein inzwischen fertiggestellter 20 Meter tiefer Brunnen liefert jetzt das nötige saubere Trinkwasser. Er wurde auch mit Spenden finanziert. Ebenfalls mit finanzieller Unterstützung konnte eine neue Küche mit einer Feuerstelle errichtet werden.
Einkünfte erzielt die Pfarrei durch Milchprodukte ihrer drei Kühe und durch Eier und Fleisch von 940 Legehühnern. Kaffee-, Bananen- und Maisplantagen helfen mit, die laufenden Kosten der Pfarrei zu minimieren.
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