Traum vom eigenen Reiterhof verwirklicht

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Holger Volz musste sich für oder gegen die Existenz seines Frankenbacher Betriebes entscheiden

„Bisher hat es immer so gepasst im Leben.“
          Holger Volz, Reiterhof-Chef
„Bisher hat es immer so gepasst im Leben.“ Holger Volz, Reiterhof-Chef

Heilbronn Die Arbeit auf dem Reiterhof in der Bamberger Straße scheut Holger Volz nicht. Dabei kostet es viel Energie, sich um die 28 Pferde, die Ställe, Wiesen und Äcker zu kümmern, auf denen Braugerste, Zuckerrüben und Winterweizen angebaut werden. Seit er den ehemaligen Schweinemastbetrieb seiner Eltern zu einem Reiterhof umgebaut hat, haben der 40-Jährige und seine Familie alle Hände voll zu tun. Der letzte Urlaub ist schon ein paar Jahre her. „Weil man den Hof hat, kann man nicht immer fortgehen“, sagt Volz. „Aber es macht Spaß und du weißt, dass du für dich selber schaffst.“

Nicht lukrativ Der Heilbronner lebt schon seit seiner Kindheit auf dem Frankenbacher Hof und geht den Eltern zur Hand. Nach dem Realschulabschluss macht er eine Lehre zum Kfz-Mechaniker, seinen Meister hat er 1992 in der Tasche. Neben seinem Job als Serviceberater im Autohaus besucht er die Abendschule und macht seinen Abschluss zur Fachkraft für landwirtschaftliche Unternehmensführung.

Die Viehzucht ist aber zu dieser Zeit für viele Frankenbacher Landwirte nicht mehr lukrativ. „Wegen der Milchpreise konnten viele Bauern ihr Vieh nicht mehr halten, weil das mehr kostete als das, was sie an der Milchproduktion verdienten.“ Allmählich verschwinden einige Betriebe. „Ich stand damals vor der Entscheidung, den Hof mit der Schweinemast aufzugeben oder ihn zum Reiterhof umzubauen“, erinnert sich Volz. „Die Spezialisierung auf Pferde schien für mich die einzig sinnvolle Lösung zu sein.“

1999 erfüllt sich Volz seinen Traum vom eigenen Reiterhof mit Pensionspferdehaltung. Nach kurzer Zeit steht die erste Reithalle. „Wir haben uns viele Infos über artgerechte Stallungen oder das Futter geholt“, erzählt Volz. „Ich habe Reitunterricht genommen und musste lernen, mit den Tieren umzugehen.“

Es scheint die richtige Entscheidung zu sein. Die Nachfrage bei den Pferdebesitzern ist groß, und so wird weiter ausgebaut: Ställe kommen hinzu, weitläufige Koppeln und ein Außenreitplatz werden angelegt. Gleichzeitig arbeitet er noch für das Autohaus. „Ich hatte nur wenig Raum für Freizeit und Familie. Bis 2002 war ich noch Maschinist und Gruppenführer bei der Freiwilligen Feuerwehr.“ Anfang 2009 wandte er sich jedoch endgültig dem Hof, seiner Frau Simone (34) und Söhnchen Sascha (3) zu. „Man ist sein eigener Chef “, sagt Volz.

Vollzeitjob Für ihn, Ehefrau Simone und seine Eltern ein Vollzeitjob: 6.15 Uhr werden die Pferde gefüttert, auf die Koppel gebracht, die Ställe gereinigt, frisches Stroh und Heu ausgelegt, die Maschinen gerichtet, die Felder bearbeitet, und so weiter „Einmal arbeitet man acht, ein anderes Mal zwanzig Stunden. Dann schläft man wie ein Stein“, sagt er und lacht. Mit dem Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen ist er zufrieden: „Bisher hat es immer so gepasst im Leben.“

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