SLK-Klinikum Gesundbrunnen soll Krebszentrum werden
Tumorbehandlung aus einem Guss an der Medizinischen Klinik III - Teamgeist das Motto

Heilbronn - Die SLK-Kliniken Gesundbrunnen und Am Plattenwald stehen vor einer kleinen Revolution: Das schon heute gute Niveau bei der Krebsbehandlung in diesen beiden Krankenhäusern soll weiter ausgebaut werden und europäischen Spitzenstandard erhalten. Dieses Ziel hat sich Professor Dr. Uwe Martens, seit August Direktor der Medizinischen Klinik III mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin, gesetzt: „Wir wollen hier Patienten die fortschrittlichsten Therapien anbieten, die es gibt“, fasst der 43 Jahre alte Mediziner seine Vorstellungen in Worte.
In die Tat umsetzen will Martens sein Vorhaben durch einen regionalen Kooperationsverbund mit Krankenhausärzten, niedergelassenen Onkologen und Uni-Kliniken, der sich schwerpunktmäßig mit der Verhütung, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Tumorerkrankungen befasst. „Die hieraus resultierende Netzwerkstruktur soll sicherstellen, dass für alle Tumorkranken in der Region Heilbronn-Franken eine optimale Versorgung nach dem jeweils neuesten medizinischen Kenntnisstand organisiert werden kann“, beschreibt der Humanmediziner sein Bestreben. Die Überschrift, die über allem stehen soll, heißt für Martens folgerichtig „Onkologie aus einem Guss“.
Neue Medikamente Erfahrungen gesammelt hat Uwe Martens auf diesem Gebiet an der Universität Freiburg. Dort wirkte er am Aufbau des Interdisziplinären Tumorzentrums, von denen es nur vier weitere in Deutschland gibt, mit. Vor seinem Wechsel zu den SLK-Kliniken war er dort geschäftsführender Oberarzt. Heilbronn statt Freiburg? Diese Frage wurde dem Chefarzt zuletzt häufig gestellt. Seine Antwort klingt plausibel: „Hier kann ich etwas bewegen. Hier kann ich den Menschen helfen, zumal die Region was Tumorzentren anbelangt bislang ein weißer Fleck auf der Landkarte ist.“
Neben den drei zentralen Behandlungsmethoden in der Krebsbekämpfung, der chirurgischen Tumorentfernung sowie der Strahlen- und Chemotherapie, setzt Professor Martens ganz gezielt auf sogenannte intelligente Medikamente, die zielgerichtet molekulare Defekte in den Zellen angreifen: „Derzeit werden weltweit mehr als 400 neue Krebsmittel von knapp 200 Pharma-Unternehmen entwickelt. Hier stehen wir vor einer tief greifenden Wandlung.“
Die medizinische Klinik III beschäftigt am Standort Gesundbrunnen neun Ärzte, im Plattenwald-Krankenhaus zwei Mediziner. 35 Betten stehen Patienten zur Verfügung, wobei die Krebstherapie zunehmend ambulant behandelt wird: „Hier gibt es große Fortschritte.“ 2008 wird die Klinik zudem die Bereiche Palliativmedizin und Psychoonkologie anbieten.
Gute Chancen Für alle, die gesund sind und gesund bleiben wollen, hat Martens folgende Ratschläge parat: Die Vorsorge-Untersuchungen beim Hausarzt wahrnehmen, viel Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Und wer doch einmal zu Uwe Martens muss, dem macht der Mediziner Mut: „Jeder zweite Krebspatient kann geheilt werden.“
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