Schüler spielen Parlament

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Im Projekt "Jugend denkt Europa" fordern Jungpolitiker Steuersenkungen und die Legalisierung von Marihuana

Von Carina Wolpert
Die EU-Abgeordneten Heide Rühle (links) und Evelyne Gebhardt (zweite von links) diskutieren mit den Schülern über ihre Konzepte. Foto: Guido Sawatzki
Die EU-Abgeordneten Heide Rühle (links) und Evelyne Gebhardt (zweite von links) diskutieren mit den Schülern über ihre Konzepte. Foto: Guido Sawatzki

Heilbronn - "Wir befinden uns jetzt im Jahr 2020 und heute finden die Europawahlen statt", startete Moderator Andreas Kaiser die Abschlusspräsentation des Projekts "Jugend denkt Europa" im Technischen Gymnasium der Wilhelm-Maybach-Schule. In schicken Anzügen und mit Namensschildern waren die Schüler der zwölften Klasse perfekt vorbereitet und imitierten selbstbewusst eine Parlamentsdebatte.

Hochmotiviert Die Jugendlichen machten mit bei dem Projekt "Jugend denkt Europa", initiiert von der Robert-Bosch-Stiftung, umgesetzt vom Institut für Organisationskommunikation (Ifok). In vier Tagen bildeten sich aus 24 Teilnehmern drei Parteien sowie eine Nicht-Regierungs-Organisation, eine Presseabteilung und ein Beraterteam. "Anfangs war ich sehr skeptisch, ob das gut geht, aber die Schüler waren höchstmotiviert und haben mich positiv überrascht", berichtet Lehrer und Betreuer Dietmar Lenczak stolz.

"Jugend denkt Europa" ist ein internationales Projekt und fördert den internationalen Austausch von Jugendlichen. Teilnehmenden Schulen wird eine Partnerschule zugeteilt und die Projektpartner tauschen sich auf einer Internet-Plattform über ihre Ideen aus.

Parteiprogramme Unter dem Slogan "It´s your choice that matters" stellten die drei Parteien ihre Konzepte dem Publikum und den Europaparlamentsabgeordneten Heide Rühle (Die Grünen) und Evelyne Gebhardt (SPD) vor. So forderte die Soziale Partei Europas (SPE) die europäische Einigung, eine gerechte Energieverteilung und die Einrichtung eines Energiefonds. Die Partei European Green Fingerprint (EGF) setzt sich gegen den Klimawandel, für Nachhaltigkeit und die Vernetzung Europas ein. Mit der gewagten These "Gebt den Hanf frei!" erregte die Free Revolutionary European Entity (FREE) die Aufmerksamkeit für ihr Programm. Zudem forderte sie Bürokratieabbau, eine europäische Einheitsregierung sowie Steuerentlastungen für alle.

Nach der Präsentation wurde kräftig mit den EU-Abgeordneten diskutiert. "Ihr habt alle ganz tolle Ideen, allerdings müsst ihr aufpassen, was realistisch umsetzbar ist", ermahnte Gebhardt.

Energiesparen, Politik, 2020 − alles nicht meine Welt, ist die Meinung vieler Jugendlicher. Doch nicht am Technischen Gymnasium Heilbronn. "Für die Zukunft nehmen wir viel aus dem Projekt mit, vor allem, was die Politik angeht. Man sieht alles von einem ganz anderen Blickwinkel", fasst Jonas Krieger die vergangenen Tage zusammen. Damit die Visionen der Jugendlichen für ein umweltfreundlicheres und innovatives Europa Zukunft haben, werden ihre Konzepte in Form eines Aktionsplans an die EU-Ratspräsidentschaft übergeben. Vielleicht werden sie ja realisiert.

Gewinner Am Ende der Debatte stand das Wahlergebnis fest. Es gewann die ökologisch orientierte EGF-Partei mit 40,1 Prozent. "Sie überzeugten mit ihrem Programm", begründet Ifok-Beauftragter Roy Burger den Wahlausgang. "In Zukunft sollte jeder hinter das Plakat schauen und erfahren, wofür die Partei eigentlich steht."

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