Quartiersgarten für die Nordstadt
Heilbronn - Ein vom Rathaus zusammen mit Bürgern geplanter Quartiersgarten in der Heilbronner Nordstadt nimmt Gestalt an. Im Bauausschuss des Gemeinderates wurde am Dienstag gezeigt, wie ein 12 Ar großes Grundstück an der Dammstraße 32 einladend gestaltet werden soll.

Heilbronn - Ein vom Rathaus zusammen mit Bürgern geplanter Quartiersgarten in der Heilbronner Nordstadt nimmt Gestalt an. Im Bauausschuss des Gemeinderates wurde am Dienstag gezeigt, wie ein 12 Ar großes Grundstück an der Dammstraße 32 einladend gestaltet werden soll. 60 Prozent der Kosten von 336.000 Euro werden über das Programm „Soziale Stadt“ von Bund und Land getragen. Der von der Lokalen Agenda 21 sowie von SPD und Grünen gewünschte Erhalt einer alten Scheune war aus Kostengründen nicht möglich.
Mit dem in Heilbronn bislang einmaligen Quartiersgarten sollen die Bewohner der wenig begrünten Nordstadt einen Treffpunkt bekommen, der die Kommunikation, das Zusammenleben und damit die Lebensqualität fördert, erklärte Dana Fischer vom Grünflächenamt. In einer Ratsvorlage war gar von einem „Ort der Toleranz“ und einer „blühenden Oase“ die Rede. Die Bürger dürfen sich auch an der gärtnerischen Gestaltung beteiligen: was laut Baubürgermeister Wilfried Hajek zur Identifikation, zum Zusammenwachsen und zum pfleglichen Umgang führen dürfte.
Nach den vom Büro Biegert aus Bad Friedrichshall konkretisierten Plänen wird der Garten in vier Teile gegliedert: Spielwiese mit Duftbereich und Baumdach; Gemeinschaftsgarten mit Beeten, Pergola und Mosaiktisch; Kinder-Garten mit Beeten, Sitzplatz, Sonnenschutz, Geschirrhütte und Not-Toilette. Herzstück ist die Sommerhalle für Veranstaltungen. Die 12,60 auf 6,60 Meter große und drei Meter hohe Flachdachkonstruktion trägt die moderne Handschrift des Architekten Sturma (Heilbronn).
Im Eingangsbereich von der Dammstraße her werden verschließbare Tore errichtet, an die sich Sandsteinmauern anschließen. Als Baumaterial dienen Steine, die vom Abbruch des Bauern- und Pferdehofes übrig sind. Bereits dieser Tage werden Auszubildende unter Anleitung des Grünflächenamtes neue Mäuerchen setzen. Anfang Juni beginnen die Landschafts- und Wegearbeiten. Den Sommer über folgen Erd-, Belags- und erste Vegetationsarbeiten. Die Sommerhalle wird im September aufgeschlagen, spätestens im Oktober soll alles bepflanzt sein. Bei der Pflege werden später neben Erwachsenen auch Kinder aus dem Nikolai-Kindergarten eingebunden werden.
Kaum Kritik
In das große Lob der Stadträte mischten sich nur wenige kritische Zwischentöne. Während Karlo Losch (FDP/FWV) den Abbruch der Scheune, „die ein dunkles Loch“ gewesen sei, begrüßte, meinte Wolf Theilacker (Grüne): „Das historische Gebäude hätte besser gepasst als die nüchterne Sommerhalle.“ Martin Haag (SPD), Gisela Käfer und Norbert Selz (beide CDU) ließen sich versichern, dass das Grünflächenamt, so dessen Leiter Hans-Peter Barz, „die Bürger bei der Pflege in die Pflicht nimmt“. Helmut Rohn (SPD) hoffte, dass das vorbildliche Projekt nachhaltig mit Leben erfüllt bleibt.
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