Im Backhaus Brot im Steinofen selber backen - Maler stellen Kunstwerke in ehemaliger Maschinenfabrik aus
Das Amos-Gebäude bietet sich für Feiern an.Fotos: Michael Nachreiner
Etwas Uriges Im Horkheimer Alten Backhaus schaut Bürgeramtsleiter Joachim Weineck nach dem Rechten. Es ist die einzige Einrichtung dieser Art in der Stadt. Aber nicht das einzige Schmuckstück aus vergangenen Zeiten Horkheims. Nur mit der Auslastung des Backhauses ist der Amtsleiter nicht zufrieden: „Wenn ich vier oder fünf Buchungen pro Monat hätte, wäre das super.” Zurzeit finden monatlich nur zwei Veranstaltungen statt. „Es hat etwas Uriges, ideal für Feiern”, schwärmt Weineck vom Ambiente. Und das gibt es für kleines Geld. Nur 15 Euro Miete verlangt die Stadt pro Veranstaltung, „inklusive Brennmaterial”. Ohne halbiert sich der Preis. „Es ist die gleiche Pauschale, ob man um 14 Uhr anfängt und um 18 Uhr aufhört oder ob man von 20 bis 2 Uhr im Backhaus feiert.” Allerdings sei etwas Eigeninitiative gefordert. Denn in dem Fachwerkhaus gibt es kein Geschirr und im Winter wird das Wasser abgestellt.
Wilhelm Jäger (Mitte) bereitet mit Bauhofmitarbeitern die Maische vor.
Saftpresse Im selben Gebäude ist auch die Kelter untergebracht. Viel Trubel hat es dort vergangene Woche gegeben. „Da waren die Kindergartenkinder da und haben Saft gepresst”, erzählt Bauhofmitarbeiter Alex Zürn mit strahlenden Augen. Heute dagegen geht es ruhiger zu in der Alten Kelter. Zürn erwartet „nur” Wilhelm Jäger. Plötzlich knattert es vor der Türe. Ein alter roter Traktor mit einem Anhänger fährt vor, darauf zwei Bottiche. In dem abgedeckten wartet die Maische; der andere ist leer. Darin fährt er den ausgepressten Saft wieder nach Hause. „500 bis 600 Liter Trollinger-Lemberger wird das geben”, schätzt Jäger. Früher, berichtet Zürn, seien die Kunden Schlange gestanden. Heute sind es nur noch wenige Termine. Viele Wengerter haben sich Genossenschaften angeschlossen. Auch Hobby-Landwirte nutzen das Angebot direkt neben dem Dachreiterbrunnen kaum noch.
Kunsthalle Neben dem Backhaus kann auch die ehemalige Landmaschinenfabrik Amos für Veranstaltungen gemietet werden. Seit einigen Jahren auch über den Winter. Früher gab es keine Heizung. Dieser Missstand ist jedoch behoben. Was man in dem alten Gemäuer aber immer noch vermisst, sind Toiletten und eine Küche. Weineck: „Wenn Veranstaltungen sind, hängen wir immer den Schlüssel für die Toiletten der benachbarten Alten Turnhalle hin.” Bis spätestens 1 Uhr müssen aber alle Veranstaltungen beendet sein: Immerhin steht das Gebäude mitten im Wohngebiet. „Montags habe ich schon mal Beschwerdeanrufe von erbosten Nachbarn bekommen, dass es am Wochenende zu laut war”, berichtet Weineck. Auch in Künstlerkreisen ist der Raum beliebt. Verschiedene Ausstellungen hat das alte Gemäuer bereits gesehen. Jetzt am Sonntag öffnet die Ausstellung des Fleiner Malers Klaus Genthner.
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