Nachspiel der „Chickeria“ geht weiter

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Veranstalter verschicken ihre Kritik in einer Pressemitteilung – Winkler will nicht öffentlich diskutieren. Was sagen Sie? Diskutieren Sie mit - Bildergalerie


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Heilbronn - Eine Party zieht weiter schlechte Stimmung nach sich: Vor einer Woche feierten rund 2500 junge Besucher bei der Partyreihe „Chickeria“ in der Harmonie. Seitdem hat sich das Verhältnis zwischen den Veranstaltern, Frank Hartmann von Max-Events, Heiko Kreiter und Steffen Wilke von Diginights sowie dem Geschäftsführer der Heilbronn Marketing (HMG), Bernhard Winkler, abgekühlt.

Ihren Missmut über die Kritik an den Beschädigungen und Äußerungen gegenüber der Presse fassten die Veranstalter jetzt in einer Pressemitteilung zusammen. Die schickten sie an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Heilbronn Marketing, OB Helmut Himmelsbach, und alle Bürgermeister. Frank Hartmann erklärt: „Damit wollen wir einen Schlussstrich ziehen und klarstellen, dass Bernhard Winkler in unseren Augen falsche Tatsachen vortäuscht.“ Die Veranstalter haben sich die Protokolle geben lassen und betonen: „Weder Feuerwehr, noch die von den Veranstaltern eingesetzte Security, noch die Polizei mussten eingreifen, und auch die drei vor Ort anwesenden Sanitäter mussten bis auf kleinere Blessuren nicht herangezogen werden.“

Die Pressemitteilung spricht weiter von einem „Generalverdacht“ Winklers gegen die 2500 Gäste der „Chickeria“. Dennoch sei die Presseerklärung ein Versuch, so Hartmann auf Nachfrage, „einen Schlussstrich unter die ganze Sache zu ziehen“. Und: „Wir sind weiter gesprächsbereit.“

Bernhard Winkler will sich gegenüber der Heilbronner Stimme nicht näher zur Pressemitteilung, die nicht an ihn persönlich ging, äußern. In einer E-Mail schreibt er lediglich: „Die in der Presseerklärung genannten Fakten entsprechen nicht den Fakten und Tatsachen. Ich halte eine Fortsetzung der öffentlichen Diskussion nicht der Sache dienlich.“ Man sei aber weiterhin offen für Veranstaltungen mit jugendlichem Publikum. „Aber es hat sich erwiesen, dass derartige Veranstaltungen in der Harmonie sehr problematisch sind und der notwendige zeitliche Vorlauf und ausreichend Nachbereitungszeit gegeben sein müssen.“

Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach, an den die Pressemitteilung als Aufsichtsratsvorsitzenden der HMG im Speziellen ging, will sich zu dieser Sache nicht äußern: Die Geschichte sei Thema der Geschäftsführung, lässt er über die Pressestelle mitteilen.


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Die "Chickeria" in der Heilbronner Harmonie kam nicht bei jedem gut an: Was sagen Sie? Ist die Festhalle der richtige Ort für eine Disco? Haben sich die Gäste daneben benommen oder gehören Dreck und ein paar "Verluste" eben zum Feiern dazu?

Lon Andresen, Heilbronn: Ich kann nicht verstehen, dass man mutwillige Zerstörungen rechtfertigt. Wer etwas im Kopf hat macht nicht mit Vorsatz was kaputt.

Peter Breuer, Stuttgart: Lieber Herr Winkler, holen Sie Joopi Heesters zum Ball der Hundertjährigen in die Harmonie und alles wird gut - ich bin dann auch dabei.

Manuel Seliger, Heilbronn: Weshalb nur war es absehbar, dass Herr Winkler plötzlich eine öffentliche Diskussion nicht mehr für dienlich hält, die er durch seine Aussagen erst ins Rollen brachte? Herr Winkler, nehmen Sie doch bitte Stellung zu der Presseerklärung der Veranstalter. Wenn Ihre bisherigen Behauptungen der Wahrheit entsprechen, dann dürfte das für Sie ja ein leichtes sein. Oder würde sich dann vielleicht doch herausstellen, dass es garnicht so schlimm war, wie Sie es publizieren liessen? Zu der Diskussion über Bons und Geldmacherei kann ich nur sagen, dass dies das übliche Gemecker im nachhinein ist. Party ist das, was man selbst draus macht und keiner gezwungen war, sich die 10€ für den Eintritt zu leisten. Der Großteil der Besucher hatte jedenfalls einfach nur Spass.

Michael, S., Heilbronn: Also wirklich, hier ging es wirklich nur um MONEY MONEY...,denn es waren knapp 4000 Besucher da (Insiderwissen). Bei 4000 mal 10 Euro sind das 40000 Euro nur Eintritt und die Getränke, ich hör lieber auf:-). Das mit den Bons war genau so schlecht. Bons kaufen an der Bar, sich anstellen, 30 min. warten, toll. Man geht auf ne Party, um zu feiern und nicht um Bons zu sammeln und wie dumm an der bar sich anzustellen. Und beim Verlassen der Party wieder anstellen, um die verbliebenen Bons in Geld einzutauschen, das war ein Witz. Veranstaltet bitte nicht mehr so eine Party.

Sabrina, B.: Ich kann den ganzen positiven Beiträgen über die "Chickeria" nur zu stimmen. Dafür das es das erste mal in dieser Größenordnung stattfand, war es ein voller Erfolg was die Besucherzahlen belegen. Wie bei jeder Veranstalltung, die das erste mal stattfindet, gibt es auch hier Verbesserungspotintial , dass von den Veranstaltern selbst bemerkt wurde und das nächste mal mit Sicherheit berücksicht und verbessert wird. Das Übertreiben von Seiten Winklers zu dieser Party ist kein Wunder, er macht ja schließlich alles schlecht, was nicht seine Idee war und von ihm nicht durchgeführt wurde. Zudem werden den Veranstalltern, ob bei so einer Party oder z.B der Musikparade, nicht nachvollziehbare Auflagen gemacht oder Vorschriften, die keiner wirklich nachvollziehen kann, nur um die Veranstaltung schon von vorne herein zu "manipulieren" und um den Veranstaltern unnötig Steine in den Weg zu legen. Man, der Winkler ist doch Tollste..  Ihm passt was nicht und die ganzen Heilbronner werden mit in den Dreck gezogen, man sollte berücksichtigen, dass man nicht alle Jugendlichen über einen Kamm scheren kann!!!!!!!! Zumal das Publikum dieser Veranstaltung echt super war bis auf ein paar Ausnahmen ( die jeweiligen Personen, die für das Pfefferspray und die Stink Bombe verantwortlich sind!!!) Ich fand die "Chickeria" gelungen. Die Stimmung war super und es ist alles friedlich verlaufen. Ich wünsche den Veranstaltern gutes Gelingen, diese lächerliche Geschichte klimpflich zu klären. Und hoffe auf eine super genial Wiederholung dieser Veranstaltung :-) Mit freundlichen Grüßen S...

J. Müller, Heilbronn: Diese Veranstaltung war einfach nur schlecht. Die 10 Euro hätte ich mir gerne gespart. Von den Räumlichkeiten bis hin zu den Gästen war alles furchtbar und langweilig. Wäre es in einer anderen Räumlichkeit gewessen, wäre es alles vielleicht etwas anders gewessen, es herrschte eine völlige Unruhe, besonders im housefloor. Meiner Meinung nach war es eine schlechte Organisation.

André Morgan, Heilbronn:
Das ist typisch Heilbronn: Es ist und bleibt ein Dorf! Wenn man schon die Auflagen des Ordnungsamtes sieht, kann man nur mit dem Kopf schütteln! Frau Körner & Co. haben absolut keinen Plan von dem, was sie tun... Wenn es nach Frau Körner geht, dann dürfte es in Heilbronn überhaupt keine Veranstalltungen dieser Form geben... Ich persönlich halte mich fern von Heilbronn, da ist der weite Weg auch nach Frankfurt & Co. mehr Wert... Schade eigentlich.

Sandra H., Heilbronn:
Ich stimme dem Leserbrief von Erika P. absolut zu! Es ist traurig, dass solche Veranstaltungen immer kaputt geredet werden, und man immer nur das Negative hervorhebt! Ich war selbst auf der Party, es war ein klasse Event und sollte unbedingt wiederholt werden!

Timo Brand, Heilbronn-Böckingen: Ich kann dem Leserbrief von Erika P. nur zustimmen und finde das Verhalten von Herrn Winkler einfach nur noch peinlich. Vor allem wenn man liest, dass die angebliche Blutlache ein Erdbeersirup war und auch die Sanitäter nichts von Blut wussten. Herr Winkler soll mal schauen, dass er sein Weindorf in den Griff bekommt. Von solch minimalen Beschädigungen wie bei der "Chickeria" kann er beim Weindorf doch nur träumen. Vielleicht will er auch nur von eigenen Fehlern ablenken. Auf jeden Fall zeigt es, was er von den Jugendlichen denkt. Herr Winkler, um Jugend von der Straße zu holen, muss man ihnen auch was bieten.
Frank Hartmann, Heilbronn:
Bei den 3300.- handelt es sich um eine reine Grundmiete zuzüglich sämtlicher Nebenkosten. Tatsächlicher Mietbetrag ist viel höher. Garderobe und Toiletten (Klopapier, Papierbehälter leeren)wurde durch Harmoniebetreiber selbst abgewickelt und nicht durch die Veranstalter. Bons mußten nicht aufgeladen werde, wie hier fälschlich dargestellt und zurückgenommen wurden sie auch an der Bonkasse am Eingang. Da die minimalen Schäden als Grund genommen werden, die Veranstaltung negativ darzustellen und die Besucher als Vandalen darzustellen gehe ich davon aus, dass zukünftig keine Veranstaltungen wie das Weindorf oder Neckarfest mehr stattfinden werden. Denn da gibt es hinterher definitiv immer eine Katerstimmung, Scherbenmeer, Randale, eingeschlagene Scheiben, verpinkelte und verkotzte Hinterhöfe, Haus- und Ladeneingänge. ganz davon zu schweigen, dass sich die Anwohner mit Zäunen aus Metall und Holz regelrecht verbarrikadieren. Aber das muss vermutlich so sein -bei Deutschlands gemütlichem Weindorf. Nur weiter so - immer drauf auf die junge Bevölkerung - aber vorsicht vielleicht kommen die dann nicht mehr so in Scharen aufs Volksfest oder EM Fandorf oder Weindorf, sondern suchen sich Orte/ Plätze aus, wo sie erwünscht sind.

Erika P., Heilbronn: Nennen Sie es einen "Leserbrief", gerichet an Herrn Winkler. Herr Winkler, Sie blamieren Heilbronn. Nicht genung, dass Sie ihrem Ruf alle Ehre machen, nein, Sie müssen gleich die ganze Stadt Heilbronn mit einbeziehen. Ich bin ein Heilbronner Bürger und ich schäme mich. Ich schäme mich dafür, dass Sie derartige Kampagnen gegen Eventveranstalter starten müssen, sich derartig in dem Wahren und Realen "verschätzen" und nicht davor zurückschrecken, um jeden Preis wieder einmal in der lokalen Presse zu landen. Ich selber war Gast der Veranstaltung. Bis zur letzten Minute. Ihre Aussagen sind einfach lächerlich und entsprechen in keinstem Falle der Wahrheit - aber das werden Sie inzwischen sicherlich auch begriffen haben (Presseerklärung der Veranstalter, polizeiliche und ärztliche Protokolle, etc). Ist es wirklich so, dass Sie diese Veranstaltung als "gescheitert" bezeichnen? ...Wo doch Ihr Weindorf, sehr geehrter Herr Winkler, alljährlich scheitert?! "Wer auf die Konsumenten von morgen beim Heilbronner Weindorf, beim Unterländer Volksfest, beim Neckarfest verzichten will, macht genau da weiter, in dem er die Wünsche der Jugendlichen ignoriert und sie in andere Städte schickt.", heißt es in der Pressemitteilung der Veranstalter und Ich stimme dem voll und ganz zu. Die Heilbronner Bürgerinnen und Bürger machen die Stadt aus. Alle. Nicht nur die Senioren, die in dem kulturellen Abendprogramm der Harmonie durchaus auch ihr Wohlgefallen finden können; nein auch die Heilbronner Jugend, die Heranwachsenden, die Volljährigen. Bei derartiger Engstirnigkeit von Seiten der Stadt aus, wird es niemanden wundern wenn junge Menschen abwandern. Sie haben Tatsachen verschwiegen (6 bereits fehlende Klodeckel, bzw. beschädigte) und Wahrheiten überspitzt. Bedenken Sie bitte, dass hier die Rede von 3 beschädigten Klodeckeln(!) ist. Es ist mir unbegreiflich, wie Sie sich selber überwinden konnten, damit an die Presse zu gehen. Sie sollten zeitgleich einen Spendenfond ausrufen für "beschädigte Klodeckel der Harmonie". Sie können die Lächerlichkeit des vorangehenden Satzes gerne überlesen. Die Heilbronner Bürgerinnen und Bürger jedoch, werden Ihre Lächerlichkeit nicht überlesen... In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und vor allem uns ein glückliches Händchen für unsere Stadt!

Cordula A., Heilbronn: Also meiner Meinung nach war die "Party" der totale Reinfall! Ich habe so viel für Eintritt und Getränke bezahlt, dass ich auch gerne auf einem gewissen Niveau gefeiert hätte. Das war leider nicht Möglich, da von dem (viel zu wenigen) Security-Personal nicht auf die Qualität der Gäste geachtet wurde, sondern nur nach Quantität der zahlenden Gäste. Bei der Art von Publikum, wie es am Samtsag in der Harmonie vorzufinden war, wundert es mich, dass der Schaden relativ gering war! Die "Chickeria"-Veranstaltung hat für mich jegliche Art von Niveau verloren! Das hat jedoch nichts mit dem Veranstaltungsort zu tun, der eigentlich recht geeignet dafür gewesen wäre.

Christian H., Heilbronn:
Am Ende war es doch nur ein Test, um zu schauen, wie sowas in der Harmonie aussehen würde. Gut, dann ist es halt in die Hose gegangen. Dann muss man halt schauen, ob man sowas nicht in der Lavatec Arena veranstaltet oder im E-Werk. Es gab Zeiten in Heilbronn, da gab es genau für solche Veranstalltungen entsprechende Räumlichkeiten, wie zum Beispiel Alter Schlachthof, Ackermann-Gebäude, alter Obi in Böckingen etc.. Da haben solche Events perfekt hineingepasst. Da war es egal, ob der Boden dreckig war oder etwas kaputt ging. Jeder hatte gut gefeiert oder gut verdient! Und es gab noch einen Vorteil: Das Licht ging nicht um Punkt 3.00 Uhr an! Man sollte sich neue (alte) Hallen suchen, in denen man sowas organisieren kann. Was hat so eine Party auch bitte in der Harmonie verloren?! Haben die wirklich geglaubt, dass sich die Jugendlichen, die solche Partys aufsuchen, entsprechend der Verordnungen der Stadt Heilbronn benehmen. Es sind die gleichen Leute, die am Weindorf in Heilbronn betrunken ihre Flaschen auf den Boden werfen und durch Alkohol agressiv werden oder eben Gegenstände zerstören. Das hätte den Verantwortlichen der Stadt Heilbronn auch früher einfallen können, das da was kaputt gehen könnte.

Wolfgang Ocker, Abstatt:
Die Party war klasse und der Riesenandrang wohl Beweis genug, dass Heilbronn und Umland auf ein derartiges Event gewartet hat. Traurig nur, dass seitens der Stadt - einmal mehr in Person von Herrn Winkler - eine Veranstaltung kaputt geredet werden soll. Wie hier öffentlich über die Veranstalter der "Chickeria" gerichtet wird und Kleinigkeiten groß geredet werden, ist nicht mehr nachvollziehbar. Sollten die paar Klodeckel und das defekte Türscharnier dafür sorgen, dass die Mietkalkulation der Stadt nicht aufgeht, stimmt vielleicht mit dem Mietvertrag etwas nicht. Und das wäre dann ein Problem des Vermieters und nicht des Mieters. Es scheint aber leider so, dass seitens der Stadtverantwortlichen nur Veranstaltungen seitens der Heilbronn Marketing Akzeptanz finden. Da kann man dann der Jugend und den Veranstaltern im Lande nur raten, Heilbronn als Veranstaltungsort zu meiden und dahin zu gehen, wo man gern gesehen ist.

Steffen K., Fra
nkenbach: Ich frage mich, ob die Harmonie Betreiber nur die 3300€ einnehmen wollen aber sonst nichts dafür tun wollten. In einer Miete von 3300€ für einen Abend(!) sollten eigentlich Putzgebühren, kleiner Schäden mit abgegolten sein. Jeder Vermieter muss schliesslich auch den Verschleiss der Wohnung mit der Miete gegenrechnen. Immer nur die Hand aufhalten und nichts dafür tun, geht eben nicht.

Barbara Schmid,  Untergruppenbach: Ab welchem Zerstörungsgrad spricht man eigentlich nicht mehr von Bagatellschaden? Wie geht ein Clodeckel kaputt, wenn man die Gerätschaft normal benützt? Weshalb entschuldigen die Besucher dieses Forums das undisplinierte Verhalten einiger Besucher? Würden sie in Ihrer eigenen Wohnung über solche Gäste in Jubel ausbrechen?

Gerhard H., Heilbronn: Ich versteh nicht warum sich die Leute so darüber aufregen! @ Harmoniebetreiber: Chickeria ist kein Abschlußball. Und wenn nur die genannten Sachen kaputt sind, dann ist doch alles Bestens gelaufen. Es waren immerhin 2500 Personen vor Ort, und das ohne nennenswerte Zwischenfälle. Anstatt an den Konzept zu feilen, und es zu verbessern, evtl. auch daran mitzuverdienen, wird mal wieder nur darauf rumgehackt. Danke Heilbronn, Danke!

Steffen Meier, Heilbronn: Stadt der Krämerseelen! Seid doch froh, dass es junge Leute in dieser Stadt gibt, die was bewegen wollen. Die Zeiten haben sich geändert, und die Jugend auch. Die Harmonie gehört allen, nicht nur den Senioren. Auch Jugendliche zahlen Steuern und haben ein Recht darauf, in öffentlichen Räumen zu feiern. Wenn dazu kein James Last mehr gehört wird, ist das deren Sache. Warum werden in dieser Stadt alle angegriffen, die sich mit viel Engagement einer Sache verschreiben? Leben und Leben lassen scheint hier langsam nicht mehr zu funktionieren. Als Betroffener sehe ich, was am Weindorf für Schäden angerichtet werden. Dafür möchte aber keiner verantwortlich sein. Da "darf" dann jeder vor seiner Haustüre kehren. Nochmal, seid froh, dass die jungen Leute so was Tolles auf die Beine stellen. Und drei Klodeckel sind bei 3.300 Euro Miete (Nutzungsgebühr) ja wohl mehr wie erträglich. Liebe städtische Verantwortlichen, wacht auf. Wir leben im Jahre 2008.

Karl Heinz, Babstadt: Wenn ich hobele, fallen Späne! Die Edelstücke, die sich aufgelöst haben, sind bestimmt nicht mit Lebensgarantie eingebaut worden! Es sind wie Sitze und Scharniere im Auto Verschleißteile und dem zufolge mit dem Mietpreis abgegolten!! Auch in privaten Bereichen lässt sich das nicht mit einer Versicherung abdecken! Welche Reinigungsarbeiten nach Jugendevents anfallen, muss dem Vermieter bekannt gewesen sein, schließlich gibt es ja nur eine Disco in Heilbronn, bei der Erkundigungen hätten eingeholt werden können! Hier liegen erhebliche Mängel in der Vorbereitung! Es könnte aber auch ein verdecktes Ziel des Vermieters gewesen sein, auf diese Art seine abgelebte Bude zu renovieren!! Ich sehe die Kinder nicht in der Pflicht und empfehle diese Events zu wiederholen! Aber bitte nicht auf Kosten der Kinder!!

Michael Spies, Heilbronn: In der Ballei in Neckarsulm geht es doch seit Jahren auch mit dem Rosenmontagsball. Und da sind weitaus mehr Betrunkene anzufinden. Trotzdem funktioniert alles, und keiner der Betreiber der Ballei jammert auf einem Niveau wie die Heilbronner Harmonie-Betreiber (wegen ein paar Klodeckeln). Manchmal frag ich mich echt, ob die Leute sich Probleme machen, wenn es keine gibt und nichts Besseres zu tun haben.

Marcus Wagner, Heilbronn:
Meiner Meinung nach kann man bei solchen Veranstaltungen Beschädigungen nicht verhindern. Deshalb sehe ich auch keinen Grund dafür, dass die Vermieter der Harmonie solch einen Aufstand machen. Solange die Schäden vom Veranstalter der Party behoben beziehungsweise bezahlt werden, besteht doch kein Grund, so etwas nicht noch einmal zu veranstalten. Ich war nicht auf dieser Party, aber ich habe erzählt bekommen, dass schon viel falsch abgelaufen ist, wie Getränkenachschub, Garderobe voll, nur ein Eingang offen, etc..  Aber aus Fehlern lernt man, und ich bin überzeugt, sollte es ein nächstes Mal geben, wird vieles besser laufen. Ein Parkett kann man abschleifen, Türscharniere und Klodeckel kann man ersetzen, und Wände kann man streichen. Was ich nicht verstehe, ist, wieso der kleine Saal so kurz darauf wieder vermietet war. Für mich war klar, dass Schäden dieses Ausmaßes entstehen. Und wenn das für die Vermieter nicht klar war, ist das meiner Meinung nach deren Problem.

S. Müller, Heilbronn:
Ich fand's furchtbar!!! Meiner Meinung nach war die ganze Veranstaltung voll daneben, und es wurden viel zu viele Leute hineingelassen. Man konnte sich kaum bewegen, die Garderobe war überfüllt und konnte irgendwann keine Jacken mehr annehmen. Chaos wohin das Auge reichte... Als Zahlungsmittel für Getränke musste ein Chip aufgeladen werden. Allerdings weigerte man sich, den übrig gebliebenen Wert wieder auszuzahlen. Das ist meiner Meinung nach Betrug. Und zu allem Überfluss wurde von irgendwelchen Irren mehrmals Pfefferspray in die Luft gesprüht, was dazu führte, dass die Leute fluchtartig den Raum verließen, es die informierten Türsteher jedoch nicht im Geringsten interessierte.

Klaus Freyer, Obereisesheim:
Ich bin der Meinung, dass die Heilbronner Harmonie nicht für eine Veranstaltung dieser Art gemacht ist. Wo sich viel junge Leute treffen, muss mit Beschädigungen dieser Art gerechnet werden. Und die Harmonie ist doch eher was für kulturelle Veranstaltungen und keine Party-Location.

Dennis Berger, Bad Rappenau:
"Was erwarten die eigentlich bei 2500 Leuten?" Genau das frage ich mich auch. Da organisiert mal jemand eine tolle Party in Heilbronn (mit finanziellem Risiko), holt die Jugendlichen von der Strasse (anstatt dass sie Rentner überfallen), die Party ist gesichert mit 18 Securities - friedlich und ausgelassen. Dass da etwas dreckig wird und Kleinigkeiten kaputt gehen, ist ja wohl normal. Es würde auch keiner eine Love Parade organisieren und dann rumheulen, wenn es Dreck gibt. Man hat das Gefühl, dass die Harmonie-Betreiber mit jungen Leuten (die sich völlig normal verhalten haben) ein Problem haben und wohl lieber gut betuchte Ü60-Parties mit Pelzmänteln betreiben wollen. Sicherlich ist es nicht okay, wenn was zerstört wird, aber nur weil ein bis fünf Leute von 2.500 (entspricht 0,2 Prozent!!!) negativ auffallen, muss man nicht gleich die ganze Veranstaltung in Frage stellen. Aber sowas ist typisch deutsch. Man muss doch sagen, dass man was für die Bürger, die Stadt getan hat und dass es alles in allem sehr homogen geklappt hat. Sowas könnte auch Heilbronn öfters haben.

Florian Viertel: Wieder einmal zeigt sich, dass Entscheidungsträger in Heilbronn Vorstellungen haben, die fernab der Realität sind. Dachte denn wirklich jemand, dass bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung nichts zu Bruch geht? Falls ja: Setzen, sechs! Wie lächerlich man sich hier aufführt, zeigt sich ja schon an der Aufregung, die um drei (!!!) kaputte Klodeckel gemacht wird. Und bezeichnenderweise gab es aus Sicht der Besucher die größten Mängel dort, wo die Verantwortlichen der Harmonie das Zepter nicht aus der Hand geben wollten. Diese haben offensichtlich keine Erfahrung mit Veranstaltungen dieser Art und suchen nun Schuldige für das eigene Versagen.

[ Diese Zuschriften geben Meinungen unserer Leserinnen und Leser wieder. Die Redaktion macht sich diese Meinungen, Aussagen und Tatsachenbehauptungen nicht zueigen ]

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