Mann in Schwarz träumt Traum in Grün
Heilbronn - Wir sind mit der Bundesgartenschau auf einem guten Weg.“ Derjenige, der diesen wohltuenden Optimismus versprüht, ist Oliver Toellner. Der Landschaftsarchitekt ist neu bei der Stadt Heilbronn und als Projektleiter des Grünflächenamtes für die Buga 2019 verantwortlich.

Heilbronn - Wir sind mit der Bundesgartenschau auf einem guten Weg.“ Derjenige, der diesen wohltuenden Optimismus versprüht, ist Oliver Toellner. Der Landschaftsarchitekt ist neu bei der Stadt Heilbronn und als Projektleiter des Grünflächenamtes für die Buga 2019 verantwortlich.
Dabei kommen ihm zwei herausragende Merkmale von im Sternzeichen des Fisch geborenen Menschen zupass: Fantasie und Einfühlungsvermögen. Mit diesen beiden Eigenschaften wird der 39-Jährige in den nächsten Jahren den Masterplan für das Fruchtschuppen-Areal und die europaweite Ausschreibung des landschaftsplanerischen Wettbewerbs mitbetreuen.
„Die Bundesgartenschau ist ein städtebaulicher Motor, der Heilbronn über Jahrzehnte immer wieder neu nach vorne bringen wird. Ich freue mich auf diese Aufgaben“, geht Oliver Toellner die vor ihm liegenden Herausforderungen mit viel Elan an. Mit ein Grund für diesen Schwung ist für den Mann, der gerne Schwarz trägt („…das kommt gut vor bunten Plänen“), dass er bei seinem ersten Gang zum Grünflächenamt „ein gutes Gefühl hatte, was das Grün in der Stadt anbelangt“.
Aufstieg
Schon von jüngster Jugend an hatte Oliver Toellner, der im Stuttgarter Stadtteil Heumaden aufwuchs, einen engen Bezug zur Natur. Der Ur-Opa war Stadtgärtner, und die Eltern hatten eine große Streuobstwiese. Am nahen Bach und im hohen Baumhaus fühlte sich der Dreikäsehoch stets wohl. Nach Abitur und Zivildienst studierte der Vater zweier Kinder in Weihenstephan „mit konkreten Vorstellungen vom Berufsbild“ Landschaftsarchitektur. Erste Umsetzungsmöglichkeiten eröffnete ihm das Stuttgarter Büro Luz, das 1993 bei der Internationalen Gartenausstellung in Stuttgart gestalterische Maßstäbe bis zum heutigen Tag setzte.
1999 kletterte Oliver Toellner, der neben dem Radeln die Musik und die Mathematik als Hobbys nennt, auf der Karriereleiter ein gutes Stück nach oben: Die Landschaftsarchitekten WES & Partner aus Hamburg, damals mit 70 Mitarbeitern eines der größten Büros in Deutschland, lockten ihn an die Elbe.
Die Olympiabewerbung 2012, die Neugestaltung des Jungfernstiegs, die Landesgartenschau 2001 in Wismar, die Internationale Gartenschau 2003 in Rostock und zuletzt die Modernisierung des Altmarkts in Dresden waren allesamt Projekte, an denen der Landschaftsarchitekt mitwirkte und Erfahrungen sammelte: „Im Büro Luz verinnerlichte ich die gärtnerische Tradition, die Ortsbezogenheit und die Beharrlichkeit, in Hamburg bei WES & Partner hinterließ das Arbeiten im großen Maßstab und die Professionalität ihre Spuren“, zieht der zwischenzeitlich mit seiner Familie in Heilbronn lebende Architekt für sich Bilanz.
Von Hamburg in die Käthchenstadt – für Toellner „kein Rückschritt, sondern ein Schritt zurück in die Heimat“. Ohne die Hamburger Zeit schmälern zu wollen, merkt er charmant an: „Ich habe jetzt wieder meine Weinberge.“ Heilbronn ist für ihn aber auch eine „spannende Stadt“: Hier gibt es immer noch Risse in der Topographie. Das muss jeden Architekten herausfordern.“
Hochrechnung
Mit der Bundesgartenschau hat Toellner eine Herkulesaufgabe vor sich. Die immer wieder in diesem Zusammenhang aufkeimenden Bedenken, die Zeit laufe Heilbronn bis 2019 davon, kontert der Projekleiter: „Wir gehen derzeit davon aus, in Buga-Daueranlagen, in Grün, Wege und Plätze, 40 bis 60 Millionen Euro zu investieren. Jährlich verbauen können wir rund zehn Millionen. Wir brauchen somit maximal sechs Jahre, bis alles steht. Das passt doch alles perfekt.“
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