Lidl lässt den Rosenkavalier abblitzen

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Die Gewerkschaft Verdi wollte gestern in der Region zum Frauentag Blumen sprechen lassen

Von Manfred Stockburger
Der Rosenkavalier bleibt auf seinen Rosen sitzen: Der Heilbronner Verdi-Sekretär Helmut Schmidt durfte seine Frauentags-Blumen in der Filiale Urbanstraße des Discounters Lidl nicht verteilen. (Foto: Rabea Sattar)
Der Rosenkavalier bleibt auf seinen Rosen sitzen: Der Heilbronner Verdi-Sekretär Helmut Schmidt durfte seine Frauentags-Blumen in der Filiale Urbanstraße des Discounters Lidl nicht verteilen. (Foto: Rabea Sattar)

Die Gewerkschaft Verdi wollte gestern in der Region zum Frauentag Blumen sprechen lassen, ein Lidl-Filialleiter in Heilbronn antwortete unverblümt - und lehnte die Rosen ab: "Wir haben Anweisungen", begründet der Chef des Marktes in der Heilbronner Urbanstraße sein Nein.

"Die Mitarbeiterinnen dürfen nichts annehmen", zitiert er die Bestimmungen. Auch keine Rosen. Und auch dann nicht, wenn seine Mitarbeiterinnen die Blumen erst nach Feierabend nach Hause nehmen.

Unverrichteter Dinge steht Helmut Schmidt, der für den Handel zuständige Verdi-Sekretär, mit dem Rosenstrauß in der Hand vor der Lidl-Filiale. "Was kosten die Rosen denn", will eine alte Dame wissen, die gerade aus dem Markt herauskommt. Der Gewerkschafter ist sprachlos - und nimmt die Rosen mit Verdi-Logo wieder mit.Rosen für Kundinnen und Kassiererinnen - gedacht war die Aktion als regionaler Auftakt zu einer bundesweiten Kampagne, bei der einfache Gewerkschaftsmitglieder die Patenschaft für "ihren" Lidl-Markt übernehmen und sich den Beschäftigten als Verdi-Ansprechpartner zur Verfügung stellen.

Für ein Dutzend Filialen im Raum Heilbronn hat Helmut Schmidt solche Paten gefunden, die sich jeweils mit Rosen in der Hand vorstellen sollten. Klar, sagt Helmut Schmidt, natürlich sei es Ziel der Aktion, dass es auf diese Art und Weise zur Gründung von Betriebsräten kommen wird, sagt Schmidt. "Aber das steht nicht an vorderster Stelle. "Wir wollen, dass Verdi ein Gesicht bekommt."

Ganz streng genommen hatte der Heilbronner Filialleiter mit seiner Ablehnung übrigens Recht: Lidl-Mitarbeiter dürfen wirklich keine Geschenke annehmen, bestätigt die deutsche Geschäftsleitung des Neckarsulmer Discounter-Unternehmens. Auf Rosen beziehe sich dieses Verbot aber selbstverständlich nicht. Entsprechend hätten es die Filialleiter in den anderen Lidl-Märkten in der Region gehandhabt, die ebenfalls Besuch von Verdi erhalten hatten. "Dort hat's besser funktioniert. Die Damen haben sich sogar gefreut."

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