Körperbeherrschung, Kraft, Tempo
650 Besucher bei der Soirée der Bewegung im Theater - Schulen und Vereine zeigen reife Leistung

Heilbronn - Die Erde bebt: Ein Thema, 20 verschiedene sportlich-tänzerische Interpretationen. Bei der siebten Soirée der Bewegung im fast ausverkauften Heilbronner Theater zeigten Sportgruppen von Unterländer und Hohenloher Schulen und Vereinen, wie sie die Erde sprichwörtlich zum Beben bringen können. Die Bühne war wieder einmal in Frauenhand: Unter den 300 Mitwirkenden dominierte das weibliche Geschlecht in jeder Altersgruppe.
Tragende Tücher Vier Mädchen der Zirkus-AG der Heilbronner Waldorfschule drehten das Erdbebenthema einfach um. Sie gingen in die Luft, um den Naturgewalten zu entfliehen. Sie beeindruckten das Publikum mit einer kraftvollen Akrobatiknummer an vier langen roten Tüchern. Wie machen die das bloß?, fragten sich viele im Publikum, als die Schülerinnen den Stoff immer wieder als tragende Konstruktionen um ihren Körper wickelten.
Wörtlich nahm dafür die Kooperationsgruppe des TSV Bitzfeld und des TV Bad Wimpfen das Erdbebenthema. Die Frauen tobten und stampften Bierkrug stemmend in Lederhosen durchs Hofbräuhaus. Auch die Herren des TV Bad Wimpfen - übrigens die einzige reine Männergruppe des Abends - ließ den Theaterboden mit ihrer Stepnummer vibrieren. Kraftvoll und wendig sprang die Gruppe der TG Böckingen und der Turnschule KTV Heilbronn auf dem federnden Trampolin. Dass das Gemüt bebt, wenn man verliebt ist oder Liebeskummer hat, setzten die Schülerinnen der Theodor-Heuss-GHWRS Brackenheim in getanzte Bilder um. Das Publikum zum Beben brachten die Mädels der Kunst-07-Tanzgruppe von Susanne Winzig. Die elf in Pink gekleideten Popstars fetzten mit rosa Gitarren über die Bühne.
Das Publikum war nach drei Stunden beeindruckt von den wunderbaren Choreografien, den ausdrucksstarken Kostümen und der exzellentem Musikauswahl. Dass es keine Profis waren, sondern sportbegeisterte Schüler und Vereinsmitglieder, macht die Auftritte der Akteure noch bemerkenswerter.
Das fand auch Eva Beckh aus Flein. Ihre Tochter Sarah turnte für die TSG Heilbronn „auf, über und um den Schwebebalken“, wie es im Programmheft hieß. „Alle haben ganz tolle Leistungen gezeigt.“ Für die nötigen Lacher bei den Umbaupausen sorgte wieder Felix Hugen. Köstlich waren seine Einlagen als schimpfender Engel oder als mit seinem Namen unglücklicher Günter.
50 Bewerber Die Auftritte bei der Soirée der Bewegung sind begehrt. 50 haben sich diesmal beworben. Nur die Besten hatten eine Chance, betont Cheforganisator Joachim Klotz vom Turngau Heilbronn - das war keine leichte Aufgabe für die Jury. Am 4. Juli 2010 geht es weiter.

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