Kiliansturm: Bruchstücke werden geröntgt
Heilbronn - Nach dem unerklärlichen Steinschlag vom Turm der Kilianskirche legt das Landesdenkmalamt bei der Ursachenforschung Tempo an den Tag. In den Räumen der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart werden die Sandsteinbrocken derzeit begutachtet.
Heilbronn - Nach dem unerklärlichen Steinschlag vom Turm der Kilianskirche (wir berichteten) legt das Landesdenkmalamt bei der Ursachenforschung Tempo an den Tag. Am Mittwoch lagen die bis zu zwei Kilo schweren Sandsteinbrocken, die am Dienstag von Denkmalexperten in Heilbronn begutachtet worden waren, bereits in den Räumen der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart.
"Das Landesdenkmalamt nimmt den Fall sehr ernst", sagte Clemens Homoth-Kuhs, Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart. Mit drei Methoden werden die Sandsteinbruckstücke untersucht − mit einem klassischen Mikroskop, um die Grobstrukturen zu prüfen, mit einem Rasterelektronenmikroskop, um Feinstruktur, Prozesse und Veränderungen zu orten, und mit einem speziellen Röntgenverfahren. In diesem sollen mit modernster Technik die chemische Struktur im Innern des Steins und Feuchtigkeitsprozesse untersucht werden.
Bis ein Ergebnis vorliegt, kann es etwa zwei bis drei Wochen dauern. Klar sei auch, dass man überlege, die Kontrollen am Kiliansturm zu verstärken, um künftige Abbrüche zu vermeiden, sagte Homoth-Kuhs. "Das muss vorrangiges Ziel sein."
Konservator Albert Kieferle, der vor der Sanierung des Turms vor sechs bis sieben Jahren jeden Stein begutachtet hatte, war nach der Kontrolle am Montag ratlos. Der Abbruchstein "ist eigentlich ein Traumstück". Drei Bruchstellen an einem Stück sei "eine widersinnige Geschichte". Er hofft, dass die Materialexperten klare Hinweise finden. cf

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