Hölzerne Sohlen für fußkranke Kühe
Klauenschoner der Beschützenden Werkstätte Heilbronn sind ein Verkaufsrenner

Heilbronn - Nicht Holzspielzeug für Kinder, sondern Klauenschoner für Kühe sind zurzeit der Verkaufsrenner in der Schreinerei der Beschützenden Werkstätte Heilbronn.
Seit 2001 sind bereits 600 000 Stück dieser hölzernen Sohlen für kranke Kuhfüße produziert worden. Im letzten Jahr wurden allein 176 000 Stück ausgeliefert, freut sich Standortleiter Achim Schellenbauer. Ein Kunde hat für 2008 bereits 250 000 Stück geordert, eine bäuerliche Einkaufsgenossenschaft braucht 60 000. Auch über einen Katalog für Tierbedarf kann man das 11 mal 5 mal 2 Zentimeter große geriffelte Buchenholzstück europaweit ordern. Der Herstellungspreis liegt noch im Cent-Bereich.
Entwickelt von der Uni Stuttgart-Hohenheim ist das medizinisch-orthopädische Hilfsmittel seit Ende der neunziger Jahre auf dem Markt. Warum so viele Kunden bei der Heilbronner Behindertenwerkstätte ordern, ist für Schreinermeister Schellenbauer klar: „Bei uns stimmen Qualität, Preis und Service.“
Auf die Idee, ins Klauenschoner-Geschäft einzusteigen, brachte ihn ein Landwirt im Allgäu, bei dem er regelmäßig Urlaub auf dem Bauernhof macht. Beim abendlichen Plausch mit einer Flasche Cleebronner Wein hatte ihm der Jungbauer ein Holzklötzchen aus dem Stall gebracht, ihm Sinn und Zweck erklärt und ihn motiviert: „Das müsstest Du doch mit Deinen Mitarbeitern fertigen können.“ Seitdem ist der Klauenschoner in Böckingen ein Verkaufsrenner.
Sechs bis acht Mitarbeiter haben dadurch einen sichereren Arbeitsplatz und eine sinnvolle Aufgabe. Vom rohen Brett bis zum fertigen Produkt reicht die Arbeitskette mit Zuschnitt, Hobeln, Fräsen, Verpacken und Versenden. Alle Arbeitsgänge bewältigen die Mitarbeiter selbstständig. ub
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