Getrennt oder gemeinsam am Tisch des Herrn?

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Evangelische und katholische Christen sprechen über das Abendmahl

Von Hans-Peter Jäger

Heilbronn - „Es passt ins ökumenische Bild, dass die katholische Augustinusgemeinde wegen der Reno-vierung ihrer Kirche in diesem Jahr einen Teil der Gottesdienste in der evangelischen Wartbergkirche abhält“, sagte Michael Werner, Pfarrer der Heilbronner Wartberg-Au-Gemeinde, zu Beginn einer ökumenischen Reihe. Zu drei Veranstaltungen treffen sich die beiden Gemeinden, um über Eucharistie, Abendmahl, Brot und Wein zu sprechen.

Die beiden Pfarrer Frank Möhler und Michael Werner informierten beim Eröffnungsabend über das Thema „Was verbindet, was trennt uns beim Abendmahl?“ Für den evangelischen Theologen stellt diese Frage das zentrale Problem in den ökumenischen Beziehungen dar. Man könne, so Werner, aber deutliche Zeichen der Annäherung erkennen. Bei der „Realpräsenz“ von Jesus in Brot und Wein beim Abendmahl würden beide Konfessionen keine Unterschiede mehr sehen. Was trenne, sei die Frage, wer das Abendmahl spende. Im Amtsver-ständnis der Gemeindeleiter würden sich evangelische und katholische Kirche unterscheiden. Die katholischen Bischöfe führten Weihe und Amt in einer ununterbrochenen Kette auf die Apostel zurück, was auch auf Priester und Diakone übertragen werde. „In der evangelischen Kirche ist der Pfarrer durch die Gemeinde beauftragt und ist sonst nichts anderes als jeder evangelische Christ auch“, führte Werner aus. Nicht die Kirche gebe das Amt weiter, sondern die heilige Schrift. Solange diese Gegensätzlichkeiten beider Konfessionen bestünden, könne keine gemeinsame Eucharistie gefeiert werden.

Wegen des unterschiedlichen Kirchenverständnisses, bedauerte Pfarrer Möhler, gebe es in der katholischen Kirche den Begriff der Gastfreundschaft zur Messfeier nicht. „Entweder man gehört zur Familie oder nicht und die, die an der Eucharistie teilhaben, gehören dazu.“ Mit dieser Spannung müsse man leben, weil sonst etwas vorweggenommen werde, was noch nicht da sei. Das unterschiedliche Amtsverständnis der beiden Konfessionen bedeute aber keine gegenseitige Auf- oder Abwertung. Der ordinierte Amtsträger stehe beim katholischen Gottesdienst seiner Gemeinde dialogisch gegenüber. So werde gewährleistet, dass sie nicht aus sich und nur für sich lebe, sondern durch Christus. So werde Gottes Heilswillen allen sichtbar.

Die ökumenische Reihe wird am Donnerstag, 29. November, mit dem Thema „Bibel und Wein“ fortgesetzt. Den Abschluss bildet schließlich eine Feier am Mittwoch, 23. Januar 2008.

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