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Gestatten, mein Name ist Heuss

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Region Heilbronn - „Ja, Heuss, genau, wie der alte Theodor“, bestätigt Friedrich Heuß aus Haßmersheim mit ein klein wenig Stolz in der Stimme seinen Namen - auch wenn der sich mit einem scharfen „ß“ schreibt. Persönlich gesehen hat der 69-Jährige seinen Namensvetter zwar nie, aber „viel über ihn gelesen“. Schließlich hat Theodor Heuss, dessen Vorfahren aus Haßmersheim stammten, den Ort selbst einmal besucht.

Friedrich Heuß hat noch ein altes Foto: Es zeigt seinen Onkel (re.) mit Theodor Heuss in Haßmersheim.Foto: Ralf Seidel
Friedrich Heuß hat noch ein altes Foto: Es zeigt seinen Onkel (re.) mit Theodor Heuss in Haßmersheim.Foto: Ralf Seidel

Region Heilbronn - „Ja, Heuss, genau, wie der alte Theodor“, bestätigt Friedrich Heuß aus Haßmersheim mit ein klein wenig Stolz in der Stimme seinen Namen - auch wenn der sich mit einem scharfen „ß“ schreibt. Persönlich gesehen hat der 69-Jährige seinen Namensvetter zwar nie, aber „viel über ihn gelesen“. Schließlich hat Theodor Heuss, dessen Vorfahren aus Haßmersheim stammten, den Ort selbst einmal besucht. „Mein Onkel war damals dabei.“

Eine Verwandtschaft zum ersten Bundespräsidenten besteht zwar nicht, dafür trägt der Haßmersheimer denselben Vornamen wie dessen Urgroßonkel: Friedrich Heuß war damals in Haßmersheim als „Neckarnapoleon“ bekannt. Immer mal wieder wird der 69-Jährige auf seinen Nachnamen angesprochen. „Obwohl“, fügt er etwas traurig hinzu, „von den jungen Leuten weniger, die können mit dem Namen oft gar nichts mehr anfangen“.


Bernd Heuss aus Sinsheim ist ebenfalls „ein bisschen stolz“, einen so großen Namen zu tragen. „Weil Heuss einfach eine große Persönlichkeit war.“ Darauf angesprochen wird er allerdings nicht sehr oft.

Ahnenforschung

Anders bei Anna und Timo Heuß. Das junge Ehepaar aus Haßmersheim hat sogar schon einmal durch einen Ahnenforscher prüfen lassen, ob eine Verwandtschaft zum ersten Bundespräsidenten besteht. „Es gab eine Vermutung, dass der Bruder meines Mannes der jüngste Nachfahre von Heuss sei. Das hat sich aber nicht bestätigt.“ Anna Heuß hat den Namen zwar „nur angeheiratet“, aber als sie mit ihrer Tochter schwanger war, hörte sie oft Sprüche wie „Jetzt kommt der jüngste Heuss zur Welt“. Vor ihrem Mutterschutz hat sie im Haßmersheimer Rathaus gearbeitet und wurde dort „jedes Mal angesprochen“, wenn sie sich am Telefon meldete. Schlimm findet sie das nicht, aber dass sie richtig stolz auf den Namen ist, „das kann ich eigentlich auch nicht sagen“. „Aber ich habe ihn gerne bei der Hochzeit angenommen“, lacht die 24-Jährige.

Jürgen Heuss wohnt in Mosbach, Obwohl er sich mit Theodor Heuss und der Geschichte gut auskennt, bekennt er: „Klar habe ich mal Nachforschungen angestellt, aber das ist schwierig. Ich wollte da auch einfach nicht so viel draus machen.“ Nachdenklich fügt er hinzu: „Vielleicht habe ich bei meinen Eltern etwas wenig nachgefragt.“ Die Sterbeurkunde des Großvaters besitze er noch. „Ich hätte schon die Möglichkeit nachzuhaken. Vielleicht mache ich es noch.“

Kaum angesprochen

Uwe Heuß aus Haßmersheim misst seinem Nachnamen keine große Bedeutung bei: „Ich habe ja nichts davon, selbst wenn ich wüsste, dass wir verwandt sind.“ Angesprochen wird er kaum. „Viele verstehen den Namen am Telefon nicht mal richtig, er ist den Leuten gar nicht so präsent.“


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