Gelbe Säcke erst am Vorabend vor die Tür
Heilbronn - Weil Gelbe Säcke, zumal wenn sie aufplatzen und das Stadtbild verschandeln, immer wieder für Ärger sorgen, dürfen sie in Heilbronn künftig erst am Vorabend des Abfuhrtages ab 18 Uhr vor die Türe gelegt werden.

Heilbronn - Weil Gelbe Säcke, zumal wenn sie aufplatzen und das Stadtbild verschandeln, immer wieder für Ärger sorgen, dürfen sie in Heilbronn künftig erst am Vorabend des Abfuhrtages ab 18 Uhr vor die Türe gelegt werden. Änderungen in der polizeilichen Umweltschutzverordnung nahm der Gemeinderat zum Anlass, über Probleme mit dem Gelben Sack und mit Randerscheinungen auf öffentlichen Grünflächen zu diskutieren.
Diskussion
"Bei frühzeitiger Bereitstellung besteht das Riskio, dass Müll verweht wird", heißt es in der Begründung zur neuen Entsorgungsregelung. Neben der "Ästhetik" sei es im Sommer bei zu langen Liegezeiten zudem zu hygienischen Problemen gekommen. Stadtrat Alban Hornung (CDU) aus Kirchhausen wies zudem darauf hin, dass man auch "Importware" aus dem Landkreis abwenden wolle. Da es dort kein Abholsystem gibt, legen manche Pendler gerne Säcke im Stadtgebiet ab, wo sie sich an manchen Stellen regelrecht stapeln.
Augenmaß
Ein Antrag der Pro-Gruppe, die Frist auf den ganzen Vortag auszudehnen, fiel mit 38 Gegenstimmen durch. Heiko Auchter hatte ihn mit einem Entgegenkommen für Schichtarbeiter und andere zeitlich eingeschränkte Bürger begründet. "Wenn wir die Säcke 36 Stunden liegen lassen, weichen wir die Neuregelung auf", meinte Nico Weinmann (FDP). Nicht nur er meinte, die Säcke seien zu dünn. "Druck machen, damit mehr Bürger die Gelbe Tonne übernehmen", forderte Otto Schwarz (CDU). Auch Karlheinz Kimmerle (Grüne) begrüßte die 18-Uhr-Regelung, fragte sich aber mit Blick auf das kaum beachtete Kaugummi-Spuck-Verbot: "Wie will man das kontrollieren und sanktionieren?" "Auch mal ein Auge zuzudrücken", riet Hasso Ehinger (Linke). Ordnungsbürgermeister Harry Mergel sagte: "Jeder muss grundsätzlich mit Konsequenzen rechnen, aber wir werden natürlich Augenmaß bewahren."
Darüberhinaus stellt die Stadt in der Umweltverordnung klar, dass auf Sport-, Spiel- und Bolzplätzen sowie auf Schulhöfen Alkohol tabu ist: aus Rücksicht auf Kinder, aber auch um Vandalismus entgegen zu wirken. Mergel stellte klar, dass Ligaspiele auf Sportplätzen ausgenommen seien: "Beim Fußball soll man auch künftig in Ruhe sein Bier trinken können." "Das gehört schließlich wie die Stadionwurst dazu", wusste auch Gerd Kempf (SPD). Problematisch nannte es Kempf, den Aufenthalt auf Bolzplätzen ab 20 Uhr zu verbieten, gerade im Sommer sollte man Jugendliche hier "nicht aussperren". Im Wissen um mögliche Nachbarschaftskonflikte sagte Mergel auch hier "Augenmaß" zu. Es gebe Flächen, wie etwa am Cäcilienbrunnen, "wo ich keine Probleme sehe".
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