Dinosaurier als Haustier

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Leiter des Senckenbergmuseums bei der Kinder-Uni

Von Fiona Drewnitzky

Vorlesung - Es gibt 500 Dinosaurierarten, und es kommen immer mehr dazu. Ziemlich erstaunlich für eine Spezies, die längst ausgestorben ist. Aber: „Wer glaubt eigentlich, dass die Dinosaurier ausgestorben sind?“ Diese Frage stellte Bernd Herkner, der Leiter des Senckenbergmuseums, am Mittwoch bei der Kinder-Uni.

Die Veranstaltung, die ausnahmsweise in der Harmonie stattfand, begann zu spät, weil der Referent, wie so viele an diesem Tag rund um Heilbronn, im Stau steckte. Das gab vielen jungen „Dinoexperten“ im Publikum die Gelegenheit zu einem Bühnenauftritt, bevor der echte Fachmann eintraf. Tatjana Linke, die als AIM-Geschäftsführerin die Kinder-Unis organisiert, wollte von den Mädchen und Jungen wissen, warum sich die meisten Kinder brennend für die Urzeit-Tiere interessieren. „Weil sie sich gut verteidigen können“ und „Weil sie ausgestorben sind“, schilderten die Kinder die Faszination. Die geht so weit, dass ein Mädchen sich einen Dino als Haustier vorstellen kann: „Na klar, in der Garage.“

Auch Bernd Herkner hätte gerne einen Dino zu Hause. Sein Favorit dafür ist Psittacosaurus, nicht größer als ein Hund, den er den Kindern in seinem Vortrag präsentiert. Als Chef des Senckenbergmuseums, in dem jede Menge Saurier in Skelettform zu Hause sind, kennt er sich bestens mit ihnen aus. In seiner Vorlesung geht er vor allem auf Absonderlichkeiten verschiedener Arten ein. Zum Beispiel auf den Stegosaurus, der einen Kamm aus Panzerplatten auf dem Rücken trug. Vermutlich zur Verteidigung, ist sich Herkner mit den Kindern einig. „Könnt ihr euch vorstellen, dass der Tyrannosaurus Rex da hineingebissen hätte?“, will er wissen.

Viele der anwesenden Tyrannosaurus-Fans sind davon überzeugt. Reingefallen. Er existierte nämlich erst viel später als der Stegosaurus. Herkner stellt auch die Maiasaura vor, auf Deutsch „die gute Mutterechse“. Sie heißt so, weil bewiesen ist, dass Maiasaura gut auf ihre Brut aufpasste.

Schließlich kommt Herkner zu gefiederten Dinosauriern, vom Sinosauropteryx zum fast niedlichen Microraptor. Mit seinen 40 Zentimetern Länge gilt er als kleinster Vertreter seiner Art, mit vier Flügeln und Federn wie ein Wellensittich ausgesprochen flugtauglich.

Inzwischen ist bewiesen, dass die Vögel von diesen Vorgängern abstammen. Womit erklärt ist, dass Dinosaurier nicht alle ausgestorben sind. Diese Theorie gilt nur für die Nicht-Vögel unter den Sauriern. Die Vogel-Saurier überlebten, weil ihr Federkleid sie gegen Kälte besser schützte. Als sich das Klima vor 65 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag abkühlte, sei das ihre Rettung gewesen. Forscher fördern immer neue Erkenntnisse über Saurier zu Tage und entdecken sogar neue Arten.

Bilder unter www.stimme.de.>

Nächste Kinder-Uni am Mittwoch, 18. März, „Ist Spucke nur zum Spucken da?“ mit Petra Schling vom Biochemie-Zentrum Heidelberg.

Bernd Herkner kennt sich als Leiter des Senckenbergmuseums in Frankfurt bestens mit Dinosauriern aus.Foto: Ulrike Kugler
Bernd Herkner kennt sich als Leiter des Senckenbergmuseums in Frankfurt bestens mit Dinosauriern aus.Foto: Ulrike Kugler
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