Blumenkunst aus regionalen Schätzen

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Botanischer Obstgarten Marktchancen für saisonale Stauden ausloten

Von Bärbel Kistner
Thomas Gröner, ein Meister der Schaufloristik, demonstriert, welche Kunstwerke aus den Blumen vom Botanischen Obstgarten entstehen können.Fotos: Dittmar Dirks
Thomas Gröner, ein Meister der Schaufloristik, demonstriert, welche Kunstwerke aus den Blumen vom Botanischen Obstgarten entstehen können.Fotos: Dittmar Dirks

Der Zauber, der dem Botanischen Obstgarten inne wohnt, lässt sich auch in Sträußen wiederfinden. Wer zum Tag der Schaufloristik in den Garten gekommen ist, kann in wahren Blumenkunstwerken schwelgen. Mit Thomas Gröner und Sieglinde Ried aus Besigheim sind zwei Floristikprofis vor Ort, um aus den Schätzen der Blumenbeete Prachtsträuße zu binden. Die Marktchancen der regionalen und saisonalen Blumen aus dem Botanischen Obstgarten auszuloten, ist Sinn der Veranstaltung. Im Publikum sitzen Floristen aus Betrieben der Region: mögliche Abnehmer der Zukunft für das Material aus den Beeten im Obstgarten.

Spätsommerliche Farbenpracht findet sich in diesem Strauß wieder.
Farbenkiste Die Vielfalt, die nach zwei Stunden Floristenkunst in der alten Obsthalle zu bewundern ist, lässt auch ein Fachpublikum staunen: Gröner und Riedel sind Meister ihres Faches. Sie holen den ganzen Botanischen Garten in einen Strauß, greifen in die Farbenkiste des Altweibersommers, nutzen Hagebutten, Lampionblumen und Zieräpfel.

Ob zarte Cosmea, robuste Dahlien, leuchtende Sonnenaugen - vor den Augen der Besucher entstehen Sträuße, einer schöner als der andere. Farbspiele in Rosa, Lila und Rot, herbstliche Kompostionen in Orange und Gelb, eingebettet in einen Kranz aus Weinblättern, zarteste Gebilde in Grün und Weiß. Rund 150 verschiedene Blumen, Stauden, Farne und Gräser wachsen auf 1500 Quadratmetern im Garten.

Die Pracht der regionalen und saisonalen Blumen und Stauden zu zeigen, ist die eine Seite. Den Billiganbietern die Qualität des Materials und das Können der Floristen entgegenzusetzen, ein weiterer Aspekt. Doch für den Botanischen Obstgarten geht es auch darum, in der Zukunft einen Teil seiner Kosten selbst zu erwirtschaften, betont Helga Mühleck vom Grünflächenamt, Projektleiterin des Modellprojektes „Nachhaltige Stadtparks“. Weil 2008 die Förderung für den Botanischen Obstgarten ausläuft, müssen neue Wege gefunden werden, um auf eigenen Füßen zu stehen und den Erhalt des Parks für die Zukunft zu sichern.

Applaus vom Publikum gibt es auch für den zarten Traum in Rosa und Weiß.
Applaus vom Publikum gibt es auch für den zarten Traum in Rosa und Weiß.
Obstverkauf In diesem Sommer gab es erstmals die Möglichkeit, am Wochenende von einer Floristin gebundene, saisonale Blumensträuße im Obstgarten zu kaufen. „Ein Gewinn ist da bislang nicht in Sicht“, sagt Mühleck. Eine mögliche Lösung für die Vermarktung der Blumen wäre es, wenn ein Florist die freitags und samstags geöffnete Verkaufsstelle übernehmen würde. „Ideal für Wiedereinsteigerinnen“, glaubt Helga Mühleck. Mit Erfolg wird das geerntete Obst verkauft: „Was wir in die Pflege der Bäume investieren, kommt wieder heraus“, freut sich die Projektleiterin.

Botanischer Obstgarten, Obst- und Blumenverkauf Freitag und Samstag 14 bis 18 Uhr. Der Herbstmarkt mit regionalen Erzeugern ist am 6. und 7. Oktober, www.botanischer-obstgarten.de.

 
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