Bewegung ist das Zauberwort
Konzepte zum erfolgreichen Altern beim 2. Sportmedizinischen Symposium des Sportkreises

Heilbronn - Seit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen verdoppelt“, sagte beim 2. Sportmedizinischen Symposium des Sportkreises Heilbronn der Mediziner Christoph Rott. Frauen werden heute 82,1, Männer 76,6 Jahre alt. Gut 200 haupt- und ehrenamtliche Kräfte aus Vereinen und Organisationen staunten am Samstag in der AOK-Kundenhalle über Aussagen des Gerontologen von der Uni Heidelberg.
„Pro Tag altert die Bevölkerung zwischen fünf und sechs Stunden.“ „Jede Stunde Fernsehen erhöht bei den 40- bis 60-Jährigen die Gefahr, früher an Alzheimer zu erkranken.“ „Täglich 3000 Meter Spazierengehen reduziert das Risiko, an Demenz zu erkranken um 50 Prozent.“ „Wer im Alter mit Sport anfängt, kann seine Lebenserwartung um 40 Prozent (Frauen) und 30 Prozent (Männer) erhöhen.“ Für Dr. Christoph Rott lautet deshalb das Fazit: „Moderate körperliche Aktivitäten sind der wichtigste Baustein für ein zufriedenes Leben im Alter in körperlicher und geistiger Frische.“
Chancen „Ziel muss sein, ältere Menschen in Bewegung zu halten oder wieder in Bewegung zu bringen“, sagte AOK-Geschäftsführer Thomas Weber. Dieses Zuspiel nahm Andreas Simpfendörfer auf und betonte, dass immer mehr Menschen über 50 Jahre an Osteoporose erkrankten: „Knochenschwund gehört heute mit jährlichen Behandlungskosten von mehr als fünf Milliarden Euro zu den teuersten Krankheiten in Deutschland.“ Sport, so der Sportkreismediziner und Organisator des Symposiums, führe zu einer „entscheidenden Verringerung dieser Erkrankung“.
Die von Christoph Rott mitgebrachte Botschaft eines Heidelberger Bewegungsparcours mit der Überschrift „Laufen gegen Alzheimer“ sieht Simpfendörfer demnächst auch in Heilbronn realisiert: „Unser Bewegungsparcours ist so gut wie aus der Taufe gehoben.“
An Sportvereine und die „vielen anderen Organisationen“ appellierte der Sportkreisvorsitzende Klaus Ranger, „im Interesse der Senioren zusammenzurücken und keine Doppelstrukturen aufzubauen“.
In Kurzvorträgen wurden die Themen „Volkskrankheiten – Einfluss von körperlicher Aktivität“ (Dr. Albrecht Mühlschlegel), „Überwachung sporttreibender Senioren“ (Dr. Urs Riemann), „Inhalte und Ziele medizinischer Rehabilitation“ (Dr. Ralf Pauschert) und „Sportangebote gestalten“ (Günes Turan) beleuchtet. An Infoständen der AOK, der SLK-Kliniken, des SRH Gesundheitszentrums Bad Wimpfen, der TSG Heilbronn, der Diakonie und des Sportkreises konnten offene Fragen weiter vertieft werden.
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