Rekord bei geplatzten Wasserleitungen
Region - Rund 40 Jahre ist Horst Fischer schon im Sanitär- und Heizungsgeschäft. Doch solch intensive Frostschäden an Wasserleitungen wie in den letzten Tagen hat der Obermeister der Innung Sanitär-Heizung-Klima noch nicht erlebt.

Eingefrorene Wasserleitungen, geplatzte Rohre oder Wasserzähler − auch die Feuerwehr war im Dauereinsatz. "Regelrecht aufgesprengt" hat der starke Frost einige Leitungen, berichtet Heilbronns Feuerwehrsprecher Jürgen Vogt. Er zählt 20 Einsätze allein in den letzten Tagen. Vogt rechnet mit weiteren Notfällen bei steigenden Temperaturen. Denn meist kämen die Schäden "erst bei Tauwetter zum Vorschein". Folgeschäden können "kostspielig sein", warnt Vogt − vor allem, wenn Wasseraustritt spät bemerkt wird.
Ist es erklärbar? Kaum haben wir mal für kurze Zeit einen richtig kalten Winter, schon versagen Systeme in den heimischen vier Wänden. Haben Häuslebauer versagt?

Auch die Heilbronner Sanitär- und Heizungsfirma Stöffler war zuletzt dauernd zu Notfällen unterwegs, teilweise bis abends um 22 Uhr. Zerstörte Heizungen waren der Schwerpunkt. Weitere Schäden an Wasserleitungen erwartet Wolfgang Stöffler, wenn das Eis taut. "Das kommt jetzt." Sein Rat: Wenn man den Endhahn etwas aufmache, um den Druck wegzunehmen, "könnte es die Leitung noch retten".
Frostbänder
Was man generell tun kann, um derartige Schäden zu vermeiden? Innungsobermeister Horst Fischer rät, kritische Wasserleitungen in Keller oder Garage gut mit Mineralfaserschalen zu isolieren oder aber entlang der Leitungen Frostschutzheizbänder zu verlegen, die sich bei Minusgraden einschalten. "Das kann man jederzeit nachrüsten." Und: Bei Gartenleitungen dürfe man die Leitungen im Winter nicht nur abstellen, sondern müsse sie auch sauber entleeren. Weil stehendes Wasser jederzeit gefrieren kann.

Hintergrund: Anomalie steigert Gefahr
Eine sogenannte Anomalie des Wassers erhöht die Gefahr platzender Wasserleitungen. Wie andere Flüssigkeiten schrumpft Wasser beim Abkühlen stetig. Ab vier Grad Celsius nimmt der Rauminhalt bei weiterer Abkühlung jedoch wieder zu, es könne zu einer Ausdehnung um bis zu zehn Prozent kommen, erklärt Feuerwehrsprecher Jürgen Vogt. Für eingefrorene Wasserleitungen komme schnell das Aus, sie können durch Frostdruck platzen – weil Wasser, das zu Eis wird, sich ebenfalls ausdehnt. cf
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