Premiere: Weihnachtszirkus begeistert in Heilbronn

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Heilbronn - Zirkus auf Eis gibt es derzeit auf der Theresienwiese. Der Heilbronner Weihnachtszirkus feierte gestern Premiere mit Showballett und Artisten. Bis einschließlich 8. Januar werden fast täglich zwei Vorstellungen geboten.

Von unserer Redakteurin Gertrud Schubert

 


 

Heilbronn - Beifall. Juchzer. Begeistertes Getrampel bis der Zirkusboden unter den Füßen zittert. Schon in der Nachmittagsvorstellung erlebt das Publikum im ausverkauften Zelt eine wundervolle Premiere. Einzig die Elefantendame Baby schwächelt. "Ihr fehlt das Sägemehl", erklärt Zirkusdirektor Sascha Melnjak. Der gewohnte Untergrund ist durch eine Gummimatte ersetzt. Schließlich ist die Attraktion im Weihnachtszirkus dieses Jahr Tanz und Akrobatik auf dem Eis.

Gute Stimmung

Das hat es in Heilbronn noch nie gegeben: Circus on Ice. Eine international besetzte Gruppe − Eistänzer aus Japan, England, den USA, Russland und Tschechien − eröffnet flott die Vorstellung. Vom Zirkushimmel kommt mitreißender Sound der Kozachuk-Bigband aus der Ukraine, sie gilt als größtes Zirkusorchester. Für den reich kostümierten Auftritt, die Eisfeen, die ersten verhaltenen Pirouetten gibt es tosenden Applaus.

Die Stimmung ist ausgezeichnet im Weihnachtszirkus. Das Publikum ist auf Staunen aus − und wird keine Sekunde enttäuscht. Viele Kinder sitzen in der Familienvorstellung. Sie kichern über die Clowns, die tollpatschig die Malernummer geben. Sie halten den Atem an, als Marco Noury hoch oben in der Zirkuskuppel an zwei Seilen bizarre Figuren turnt. Sie beobachten fasziniert, wie Marina Karamysheva immer mehr Hula-Hoop-Reifen um sich kreiseln lässt, bis sie schließlich wie eine tanzende Spirale auf ihren Schlittschuhen übers Eis saust.

"Ist der echt ein Mensch?", raunt ein Bub, als Sascha the frog seine aberwitzigen Verrenkungen darbietet. Als Supertalent konnte ihn ganz Deutschland im Fernsehen bestaunen, jetzt sitzt er, die Beine um 180 Grad nach hinten verdreht in Heilbronn in der Zirkusmanege. Biegt er doch tatsächlich sein rechtes Bein hinterrücks wie einen Zeiger auf 13 Uhr. Das Publikum tobt.

Ahs und Ohs

Doch der Beifall lässt sich steigern. Es sind die zwölf Chinesen, die übermütiges Getrampel für ihren Auftritt ernten. Behände klettern sie zwei Masten hoch, rutschen kopfüber hinunter, springen von Stange zu Stange. Laute Ahs und Ohs begleiten die Akrobaten, Klatschen feuert sie an. Auch als sie Kopf oder Fuß voraus, kreuz und quer, mit und ohne Salto durch vierstöckige Reifen hechten, staunen die Zuschauer − überwältigt.

Ausgesprochen komisch und sehr beliebt ist auch der Auftritt von Bauchredner Kenneth Huesca. Seelöwen lassen Bälle auf ihren Nasen tanzen und spielen Basketball − wie selbstverständlich. Schön sieht es aus, wenn Alessio Fochesatos Papageien durchs Zirkuszelt fliegen. Sie können sogar Blumen überreichen.

Bleibt Babys Irritation. Die Elefantendame ist erst seit Dienstag in der Stadt und hatte nur eine Probe auf der Matte. Weil sie kleiner ist als ihre gewohnte Auftrittsfläche, ist Babys Programm gekürzt. Und das hat sie noch nicht ganz verstanden. Sie übt noch. Und bekommt einen größeren Teppich, verspricht der Zirkusdirektor.

Live und im Fernsehen
 
Circus on Ice gibt es bis 8. Januar täglich um 15.30 und 20 Uhr auf der Theresienwiese. Ausnahmen: an Heiligabend nur um 14 Uhr, am Neujahrstag ist keine Vorstellung, am 8. Januar um 11 und 20 Uhr. Das SWR-Fernsehen zeigt an Heiligabend ab 12 Uhr eine Echtzeit-Dokumentation vom 24. Dezember 2010, mit dabei: der Heilbronner Weihnachtszirkus.

Weitere Infos unter www.weihnachtscircus.com

 

 

 
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