Populismus bei der Bahn-Kritik

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Regional-Einnahmen In Neckarsulm singt Oberbürgermeister Blust beim Regionaltag das hohe

Regional-Einnahmen In Neckarsulm singt Oberbürgermeister Blust beim Regionaltag das hohe Lied auf seine Stadt. Das fordert Reinhold Würth zu einem Konter heraus - schließlich gehe es der Motorenstadt dank der üppigen Gewerbesteuereinnahmen so gut, dass sie sich Unterstützungen und Einrichtungen leisten könne wie sonst kaum jemand. Allerdings ist es nicht mehr Audi, wie Würth erwähnt, das die Millionen in das Stadtsäckel abführt, sondern die Schwarz-Gruppe. In Künzelsau ist das eindeutiger. Da ist Würth der mit großem Abstand bedeutendste Gewerbesteuerzahler. Und er soll es noch eine ganze Weile bleiben, selbst wenn viele aus der Hohenloher Kreisstadt mit mulmigen Gefühlen gen Gaisbach blicken, weil der Ausbau der Konzernzentrale erst einmal auf Eis gelegt worden ist. Der Veranstaltungshalle soll das gleiche Schicksal nicht auch noch drohen. Mit Star-Architekt Chipperfield fand gestern nach unseren Informationen ein weiteres Sondierungsgespräch statt. Die neuen Pläne seien besser als die bisherigen, heißt es. Und kostengünstiger. Der Kostenrahmen von 80 Millionen Euro soll nicht gesprengt werden.

Wahl-Perspektiven Heilbronn hat die Wahl. Haben die Bürger der Stadt diese tatsächlich? Das Wahlforum unserer Zeitung macht überraschend deutlich, dass der Wahlkampf spannender sein kann, als man ihm nachsagt. Mitunter deftig und heftig, letztlich aber informativ.

Politik-Weisheiten Starker Tobak war das, was sich das ARD-Magazin Panorama mit dem Hohenloher Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten erlaubte. Man kann dem Künzelsauer ja viel vorwerfen, aber Faulheit nun wahrlich nicht. Eher, dass er den Hang hat, zu viel zu machen. Wenig ernst zu nehmen sind Kritiker, die die große Zahl an Beamten im Bundestag monieren und dann von jedem Unternehmer verlangen, er möge bitteschön alle seine Firmen abstoßen, bevor er als Abgeordneter nach Berlin wechselt. Das ist wirklich lächerlich.

Bahn-Streichungen Jetzt also darf wieder munter auf die Bahn eingeprügelt werden. Fakt ist aber: Nicht die Bahn ist für die Streckenkürzungen verantwortlich, sondern Bund und Land. Der Bund hat die Regionalisierungsmittel gestrichen, und das Land Baden-Württemberg ist nicht bereit, weitere Haushaltsgelder für den Regionalverkehr einzusetzen. So wurden 2,1 Millionen Zug-Kilometer weniger bestellt. Sprich: Das Land spart 20 Millionen Euro für den Nahverkehr ein. Zur Wahrheit gehört ebenfalls, dass manch gestrichene Zugverbindung deshalb geopfert wird, weil schlichtweg zu wenige Fahrgäste das Angebot nutzen. Viele, die den Nahverkehr loben, kommen einem genauso vor, wie jene, die das hohe Lied auf den kleinen Einzelhändler im Ort singen, aber in Wahrheit auf der grünen Wiese einkaufen. Weniger Populismus sei Kritikern angeraten. Staatssekretär Köberle hat versichert, in einem Spitzengespräch mit Vertretern aus der Region vor der Sommerpause ein Konzept zu erarbeiten, wie die Verbindung Heilbronn-Würzburg endlich wieder verbessert werden kann. Jetzt müssen Taten folgen.

Schul-Projekte Unser Projekt Zeitung in der Grundschule geht in die nächste Runde. 192 Klassen sind in diesem Schuljahr beteiligt: Sie bekommen elf Wochen lang die Zeitung in den Unterricht geliefert. Jede Klasse wird zudem von einem Redakteur besucht, und alle Klassen besichtigen unser Druckhaus. Es folgen Berichte und Fotos darüber im täglichen Blatt. Viele Klassen nutzen die Tageszeitung nicht nur im Deutsch-Unterricht, sondern sogar für Englisch oder Mathe. Eine der Pisa-Folgestudien hat ergeben, dass Kinder, die regelmäßig Zeitung lesen, in der Schule besser sind: Sie haben nicht nur eine bessere Lesefähigkeit, sie haben sogar größere mathematische und naturwissenschaftliche Fähigkeiten. Wir freuen uns daher, dank dieser Aktion, die wir mit der Heilbronner Akademie für Information und Management (AIM) durchführen, auf dem Bildungssektor mithelfen zu können. Wenn man bedenkt, dass wir im Schuljahr 2003/04 mit 1100 Schülern begonnen haben und es heuer über 4200 Schüler sind, dann ist dies auch ein Beleg für den großen Aufwand von Lehrern, Schulen, der AIM und der Redaktion.

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