Polizei löste Fan-Feiern auf
Bei der Fußball-EM geht so langsam die Vorrunde vorbei. In den vergangenen Tagen feierten Fans aber oft, als wäre ihr Team schon Europameister. Die Polizei muss immer häufiger eingreifen – und fordert gegenseitige Rücksichtnahme.
Gegen Mitternacht legten die Fans in der vergangenen Nacht noch einmal zu. Auf der Allee zündeten sie Pyrotechnik. An vielen Stellen in der Stadt fuhren Fans hupend umher. Und das nicht nur auf den Korso-Strecken. Auch viele Anwohner von 30er-Zonen wurden nach Mitternacht noch einmal wach vom Hupen.
Ebenfalls gegen Mitternacht feierten vor dem Heilbronner Rathaus nach Angaben der Polizei etwa 500 Fans der türkischen Mannschaft. „Die Polizei musste dann die Rathaustreppe räumen“, sagt Polizeisprecher Rainer Köller. Auf der Brüstung der Rathaustreppe hätten Menschen gestanden, sagt Köller. Außerdem hätte ein Einpeitscher mit Megafon auch um Mitternacht noch Lärm gemacht, mitten in der Stadt.
Feiern ja, aber auch an andere denken
Korsos und feiernde Fans? Das ist eine gute Sache, findet auch die Polizei. „Aber es ist klar, dass das irgendwann auch für die Anwohner störend ist“, sagt Köller. Die Polizei appelliere deshalb an die Fans, es nicht zu übertreiben. „Man sollte sich mal in die Leute reinversetzen, die dort wohnen“, sagt Köller.
Ein weiteres Problem aus Sicht der Ordnungshüter: „So wie sich manche benehmen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiert“, sagt Köller. Er berichtet von albanischen Fans, die mitten am Tag zum Feiern mit stark überhöhter Geschwindigkeit über die Allee gerast sind. Fans vieler anderer Nationalteams würden es auch beim Korso übertreiben. Viele würden sich bei voller Fahrt aus dem Autofenster lehnen oder mit großen Fahnen im Vorbeifahren fast Passanten treffen.
„Teilweise gravierende Verstöße gegen die Verkehrsregeln“
Zwei Autokorsos beobachtete die Polizei gestern: Zwischen und 20 und 21 Uhr feierten auf und an der Korsostrecke in Heilbronn über 300 Menschen den Sieg der deutschen und der polnischen Mannschaft. Ab kurz vor 23 Uhr feierten dann kroatische und türkische Fans. Auch in Eppingen, Kleingartach oder Rohrbach gab es zu denselben Zeiten kleinere Korsos.
Das ist so genehmigt, dafür gibt es die ausgewiesenen Korso-Strecken, sagt Köller. Doch gegen 23.15 Uhr musste die Polizei erste Feiern auflösen. „Es gab teilweise gravierende Verstöße gegen die Verkehrsregeln“, sagt Köller.
Viele Strafen sprach die Polizei gestern nicht aus. Dafür müsste man von Hunderten Menschen die Personalien aufnehmen, sagt Köller. Dafür seien zu wenige Polizisten im Einsatz. Mit den vielen Korsos seien die Einsatzkräfte ohnehin bald an ihrer Kapazitätsgrenze.
Keine Autokorsos in der Vorrunde
Unterdessen regte der Heilbronner FDP-Stadtrat Nico Weinmann in der Sitzung des Verwaltungsausschusses des Gemeinderats an, künftig in der Vorrunde von Fußball-Großereignissen Autokorsos zu verbieten. OB Mergel sagte eine Prüfung des Antrags zu. >>Hier den ganzen Artikel lesen ...
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