Laube muss Auflagen erfüllen

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Heilbronn - Vertreter städtischer Behörden haben sich am Mittwochmorgen die ausgebrannte Laube angeschaut. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob und wann das Böckinger Szenelokal seinen Außenbereich wieder öffnen kann.

Von Adrian Hoffmann





Heilbronn - Vertreter städtischer Behörden haben sich am Mittwochmorgen die ausgebrannte Laube angeschaut. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob und wann das Böckinger Szenelokal seinen Außenbereich wieder öffnen kann. „Es müssen gewisse Auflagen erfüllt werden, um übergangsweise einen Außenbetrieb einrichten zu können“, sagte Heilbronns Pressesprecher Christian Britzke dazu.
  • Sicherheit muss gegeben sein, der Brandort also für Gäste unzugänglich gemacht werden. Man gehe davon aus, dass die Gäste eine gewisse Neugier verspürten, sich den Brandort anzuschauen. „Ein rot-weißes Flatterband reicht nicht“, sagte Britzke – es müsse eine feste Abtrennung gewährleistet sein, um die Leute fernzuhalten.

  • Die Elektrik muss funktionieren. Eine Notbeleuchtung muss eingerichtet werden, falls der Strom ausfällt.

  • Hygienische Bestimmungen müssen erfüllt werden. Toiletten und Frischwasser sollen bereitgestellt sein. Am Freitag werde es einen weiteren Vor-Ort-Termin geben, bei dem geprüft werden soll, ob die Auflagen erfüllt sind.


Laube-Geschäftsführer Matthias Kern will bereits am Freitag den Außenbereich öffnen. Man sei dankbar für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, sagte er.

Auch am Dienstag, zwei Tage nach dem Brand, sind in der Laube noch Ermittler vor Ort gewesen. Und jetzt gibt es zumindest eine Vermutung. Polizeisprecher Harald Schumacher sagte am Mittwochmorgen gegenüber der Heilbronner Stimme: „Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es – obwohl es nicht ohne weiteres zu belegen ist – eine weggeschnippte Zigarette war“, die den Brand im Böckinger Szenelokal ausgelöst hat.

Party

Zwischenzeitlich haben sich überzeugte Laube-Gänger im benachbarten Pfläumli zu einer Feier getroffen, die vom Laube-Team ausgerichtet und als Kondolenzparty bezeichnet wurde. Was am Sonntag in Form von Autokolonnen begann, setzte sich am Dienstagabend in ungewöhnlichem Ausmaß fort. Während der Party führte Geschäftsführer Matthias Kern immer wieder Gruppen von Menschen die wenigen Meter vom Pfläumli hinab zur Laube-Brandruine. Sozusagen Besichtigungstouren. „Ich mache das jetzt schon zum sechsten Mal“, sagt Kern irgendwann nach Mitternacht. 

Stunden zuvor sollen sogar Kerzen vor der Laube gebrannt haben und Rosen niedergelegt worden sein. Was die einen geschmacklos finden – Kondolenz ist schließlich im eigentlichen Sinne die Bekundung der Anteilnahme anlässlich des Todes eines Menschen –, finden die anderen halb so wild. „Stirbt die Laube, stirbt Heilbronn!“, ist einer der meist geposteten Sätze in Internetgruppen zum Thema Laube-Brand.

„Hier sind wir am Samstag noch gesessen“, sagt die 25-jährige Uli Rank aus Erlenbach und zeigt auf die verkohlten Sitzbänke vor dem Eingang zur Laube. Mittlerweile ist das Gebäude mit Bauzäunen und Absperrband gesichert.

Die Fragen der Laube-Gänger an Matthias Kern sind sehr konkret: Wird die Laube wieder so aufgebaut, wie sie war? Muss vielleicht ein Teil oder möglicherweise das gesamte Gebäude abgerissen werden? Kern hat darauf selbst noch keine Antworten – diese Punkte werden sich wohl alle frühestens in den nächsten Tagen und Wochen klären.

Fassungslose Gäste

Viele Gäste sind noch immer fassungslos, dass ihr Lokal am Sonntag ausgebrannt ist. „Ich dachte, das ist ein schlechter Aprilscherz“, sagt Alexander Rehusch, 28, vom Tischkicker-Verein SVHNX. Mindestens zwei Mal in der Woche schaute er mit seinen Freunden bislang in der Laube vorbei – aber auch die dortigen Tischkicker sind vom Brand zerstört worden. Wie andere auch versucht er das Positive nach dem Feuer zu sehen: „Es kann jetzt nur noch besser werden.“

Eine junge Frau im Gemenge hält die Reaktion auf den Brand für teilweise übertrieben. Auch, dass der FC Laube am Sonntag in Trauerflor gespielt hat. Das gehe ein bisschen zu weit, sagt sie. „Wir trauern ja nicht. Wir wissen doch, dass die Laube wieder aufgebaut wird.“




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