„Keine neue Baustelle aufmachen“
Rathaus sieht am Käthchenhof-Parkplatz keinen Handlungsdruck

Nach dem Bau des Heilbronner Käthchenhofes stand der benachbarte Parkplatz hinter dem Rathaus noch im Fokus der Stadtentwicklung. Doch seit den 90er Jahren hat sich hier zwischen Wertstoff-Containern, Garagen und einer ständig zugeparkten Solartankstelle kaum etwas bewegt - und dies mitten in der Innenstadt.
Heilbronn- „Derzeit besteht auf dem ehemaligen Fuchs-Areal kaum Handlungsdruck“, gibt Helmut Semenass vom Amt für Liegenschaften zu verstehen, „wir wollen in der sensiblen Innenstadt vorerst keine weitere Großbaustelle aufmachen.“ Zwischen Deutschhof und Galeria Kaufhof wächst die ECE-Stadtgalerie, am Bollwerksturm werden Leitungen für den ab Sommer angekündigten Bau eines Gesundheitszentrums verlegt und am Klosterhof wird bald Platz für ein großes Kaufhaus gemacht. „Da sollten wir den Verkehr und die Kaufleute nicht noch zusätzlich belasten“, sagt Semenass. Zudem sei man froh über die oberirdischen Parkplätze.
Doch hinter den Kulissen bewegt sich auch auf dem manchmal so genannten „Reim-Areal“ am Käthchenhof etwas. An der Nordostecke des gut 2200 Quadratmeter großen Parkplatzes stehen noch vier Nachkriegsgebäude. Zwei davon gehören wie der Parkplatz bereits der Stadt; dadurch spielt das Areal jährlich rund 60 000 Euro Mieteinnahmen in die Stadtkasse. Die anderen beiden Wohn- und Geschäftshäuser sind in Privathand. „Eines der beiden könnten wir wohl kaufen, der Besitzer hat jetzt Verkaufsbereitschaft signalisiert“, sagt Semenass. Beim vierten Haus, das nach dem Auszug einer Kunstgalerie seit Jahren leer steht, herrscht schon längere Zeit fast „Funkstille“. Die Verhandlungen brachen vor allem wegen zu hoher Geldforderungen ab.
Eigentlich hatte die Stadtverwaltung hier einmal die Erweiterung des Rathauses ins Auge gefasst. Die Stadtsiedlung Heilbronn hatte Anfang der 90er Jahre das Projekt modifiziert und neben den Amtsräumen auch private Büros und Ladenflächen eingeplant. Doch die Entwürfe wurden inzwischen endgültig ad acta gelegt. Danach spielten Politiker, aber auch Architekten immer wieder mit der Idee einer Markthalle. Für sie wurde aber ebenso kein Investor gefunden wie für ein Hotel.
Aktuell liegen dem Liegenschaftsamt keine ernsthaften Anfragen von Investoren vor, erklärt Helmut Semenass. „Aber wie gesagt: Erstens brennt uns derzeit nichts an, und zweitens ist es immer gut, etwas in der Hinterhand zu haben.“
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