Gesichter der Gastronomie: Vom Koch zum Manager
Dieter Friedle leitet das Restaurant Leonhard's in der Galeria Kaufhof. Bis zu 700 hungrige Gäste werden pro Tag versorgt. Doch Friedle verantwortet nicht nur den kulinarischen Bereich.

In seinem Reich hat Dieter Friedle alles im Griff. Im Leonhard’s, wie das Restaurant in der Galeria Kaufhof mittlerweile heißt, fühlt sich der 57-jährige Heilbronner fast wie zu Hause. Fehlt Gemüse? Ist die Saftbar ordentlich gefüllt? Sind ausreichend Kassen besetzt? Kommen die Köche klar? Friedle sieht sofort, wenn er eingreifen muss, damit der Betrieb wie gewünscht weiterläuft.
Als kommissarischer Manager des Restaurants trägt er seit Anfang August die Verantwortung für das 25-köpfige Leonhard’s-Team, das pro Werktag zwischen 500 und 700 hungrige Gäste mit Maultaschen, Rostbraten, Schnitzel, Fisch, Nudeln oder Pfannkuchen versorgt. Der Chef ist sich nicht zu schade, selbst Hand anzulegen, wenn es irgendwo klemmt.
Entsprechend präsent ist Dieter Friedle im Restaurant, und wenn es die Zeit zulässt, plaudert der Heilbronner gerne mit seinen Gästen. "Wir haben sehr viele Stammkunden", sagt er.
Kaufmännische Verantwortung
Einen Großteil seiner Arbeit erledigt Friedle aber fern der Restaurantöffentlichkeit. Als Manager trägt er die kaufmännische Verantwortung für das Heilbronner Leonhard’s. Er organisiert den Einkauf, disponiert die Bestellmengen und arbeitet die Dienstpläne aus. Eine Aufgabe, die dem gelernten Koch viel Freude bereitet, auch wenn die Arbeitstage manchmal länger dauern als vorgesehen. "Man hat schon mehr Verantwortung", sagt Friedle.
Für seine neue Aufgabe nimmt der Heilbronner in Kauf, dass er nicht mehr so oft selbst am Herd steht. "Ich koche immer noch gerne", stellt Friedle klar, "aber nur Koch sein hat mir nicht gereicht".
Gelernt hat Dieter Friedle seinen Beruf in den 1970er Jahren in einem gutbürgerlichen Restaurant in Ludwigsburg. Nach einem Zwischenspiel in der Götzenburg in Jagsthausen arbeitete der Koch einige Jahre in einer Metzgerei-Gaststätte in Wüstenrot-Neuhütten, wo er auch das Schlachten und Wursten gelernt hat. 1981 wechselte Friedle schließlich zum damaligen Horten-Restaurant in Heilbronn. "Wegen der Arbeitszeiten", räumt er ein. Von 7.30 bis 16.30 Uhr dauerte ein Arbeitstag damals, die Abende und Sonntage waren frei, so dass er sich mehr um seine Frau und seinen Sohn kümmern konnte. Seither ist Friedle dem Restaurant treu geblieben, das im Haus einige Orts- und Namenswechsel erlebt hat.
Wok und Kuchen-Kreationen
Neben den für die Branche immer noch angenehmen Arbeitszeiten und der familiären Atmosphäre im Team schätzt Friedle die Freiräume, die er trotz der Einbindung in den Kaufhof-Konzern bei seiner Arbeit hat. "Wir hatten hier in Heilbronn die erste Wok-Station bei Kaufhof in Deutschland", berichtet der 57-Jährige. Und auf die Kuchenkreationen, die sich seine Mitarbeiter immer wieder ausdenken, ist der Chef besonders stolz.
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