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Heilbronn

Regional und saisonal aus Frankenbach

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Im Hofladen von Kerstin Knobloch schätzen die Kunden die Frische und das Persönliche

Von Stefanie Pfäffle
Kerstin Knobloch ist gelernte Krankenschwester und führt auf dem Hof der Familie einen kleinen Laden. Sohn Manuel (11) hilft seiner Mutter gern.Foto: Stefanie Pfäffle
Kerstin Knobloch ist gelernte Krankenschwester und führt auf dem Hof der Familie einen kleinen Laden. Sohn Manuel (11) hilft seiner Mutter gern.Foto: Stefanie Pfäffle

Wenn jemand am heutigen Freitag bei Kerstin Knobloch Salat kauft, war der nur wenige Stunden zuvor noch auf dem Feld. "Die Leute merken, dass unsere Sachen frisch sind und deswegen auch lange haltbar", stellt die Frankenbacherin zufrieden fest. Vor 15 Jahren hat sie angefangen, auf dem Hof ihres Mannes Albrecht einen Hofladen zu führen und dabei sukzessive das Sortiment ausgebaut.

Landwirtschaft Kartoffeln, Mais, Getreide und Zuckerrüben bauen die Albrechts selber im Nebenerwerb an. "Ihre eigenen Sachen haben meine Schwiegereltern Rolf und Anneliese auch früher schon vom Hof weg verkauft", erzählt die dreifache Mutter. Die Leute kamen halt einfach vorbei. Aber dann wurde Kerstin Knobloch mit ihrer ersten Tochter Tabea schwanger und hörte zunächst auf, weiter als Krankenschwester zu arbeiten. Sie war zu Hause und die Kunden fragten immer mal wieder nach weiteren Produkten. "Da beschloss ich dann, Gemüse zuzukaufen und einen richtigen Laden zu eröffnen." Holte sie dieses am Anfang noch auf dem Großmarkt, wechselte sie schnell zu Erzeugern aus der Gegend. Äpfel aus Lauffen, Gemüse aus Horkheim und Bietigheim, Nudeln aus Botenheim und Öl aus Erlenbach ergänzen nun die eigenen, unbehandelten Kartoffeln. Knobloch: "Ich will die heimische Landwirtschaft unterstützen und das bedeutet auch kurze Transportwege."

Wintergemüse Regional und saisonal − diese Schlagworte sind ihr wichtig. Deswegen gibt es auch im Winter keine Tomaten oder Gurken. Außerdem würden "die eh nicht schmecken". Kohlrabi oder Brokkoli, klassisches Wintergemüse, müsse sie aber doch aus dem Ausland zukaufen. "Das gibt es in Deutschland einfach nicht," inzwischen aber schon Paprika und Gurken aus Bietigheim.

Die ersten Jahre war der Laden jeden Nachmittag geöffnet. Doch dafür kam die Kundschaft zu unregelmäßig, immer wieder ging Ware kaputt, aber die Pflicht, da sein zu müssen, blieb. Als Kerstin Knobloch dann vor elf Jahren wieder anfing, im Krankenhaus zu arbeiten, reduzierte sie die Öffnungszeiten auf ganztägig Freitag und Samstagvormittag. Um halb acht Uhr morgens fährt sie nach links, Opa Rolf nach rechts und sie holen die Ware direkt bei den Erzeugern ab.

Generationen Die Frische überzeugt, auch das Schwätzle zwischendurch, für das immer Zeit bleibt. "Ich glaube, die Leute finden es auch gut, dass hier nicht wie beim Discounter alles in Plastik verpackt ist", ergänzt Sohn Manuel. Der Elfjährige hilft gern im Laden mit, genau wie Schwester Tabea. "Ich will den Hof schon mal übernehmen", überlegt er jetzt schon. Dann würde dieser Familienbetrieb in die nächste Generation gehen.

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