Krimidinner: Ein Mord zum Dessert
Gaumenschmaus und Nervenkitzel gehören zum gelungenen Menü auf Schloss Heinsheim

Zu einer Testamentseröffnung der etwas anderen Art hatten sich rund 40 Besucher im Schloss Heinsheim eingefunden. Garniert von einem Vier-Gänge-Menü unterhielten Uwe von Grumbkow und Maximilian Sordon die Besucher mit "Testament à la carte", einem Krimistück von Martin Schäfer und Olaf Mill.
Improvisation "Die Idee haben wir von den beiden übernommen, sie aber mit der Zeit weiterentwickelt", erzählte von Grumbkow nach den unterhaltsamen drei Stunden, die nicht nur die beiden ausgebildeten Schauspieler, sondern auch die Besucher gefordert hatten. "Improvisationstheater funktioniert nur, wenn das Publikum aktiv mitmacht", erklärte Sordon und lobte: "In Heinsheim war es ein spitzenmäßiges Publikum." Das wissen die Mimen zu schätzen, denn sie blicken auf über 90 Aufführungen zurück. "Es kam auch schon vor, dass das Publikum keine richtige Lust zum Mitmachen hatte."
Die Schauspieler sind ein eingespieltes Team. So entstand ein packendes Theatererlebnis, "das jeden Abend anders als am Vorabend ist", wie von Grumbkow verriet. In dem alten Gemäuer, schon vom Ambiente her wie geschaffen für die Testamentseröffnung eines englischen Gentlemans, stimmte nicht nur die Chemie zwischen den beiden Schauspielern, sondern auch zwischen Akteuren und Publikum. Von dieser Interaktion lebt das Stück, mittels kleiner Botschaften, mit denen die Besucher gleich am Eingang ihre Rollen und Regieanweisungen erhielten. Eine illustre Runde hatte sich eingefunden, James Bond war ebenso anwesend wie Erika Berger, Holly Golightly, Gordon Gekko, Mr. Blofeld, Dr. Shephard oder Obi Wan Kenobi. Um die Handlung, den roten Faden, kümmerten sich von Grumbkow und Sordon, die selbst auch in verschiedene Rollen schlüpften. Hauptcharaktere des Stücks sind der Notar Sir Norman Green (von Grumbkow) und sein Assistent Manfred, der zwar keinen Arbeitsvertrag hat, dafür aber eine ausgeprägte Rechtschreibschwäche. Gemeinsam sollen die beiden das Testament des verstorbenen Sir William Chattney eröffnen, wobei sich herausstellt, dass der Wissenschaftler ermordet worden ist. Dem Publikum kam die Rolle der Freunde und potenziellen Erben zu, die sich Hoffnungen auf das auf 50 Milliarden Pfund geschätzte Vermögen machten. Am Ende gingen alle leer aus. Der Wissenschaftler vererbte allerdings ein Elixier, das Ruhm, Macht und Sexappeal versprach.
Gelungen "Es war wunderbar", freute sich Jens Reimold aus Eppingen-Mühlbach über einen gelungenen Abend. Einen der letzten in dieser Saison, wie die beiden Schauspieler verrieten. In den nächsten Monaten wird von Grumbkow seine Historic-Dinner-Veranstaltungen, für die er die Stücke schreibt, weiter vorantreiben, Sordon befasst sich mit Synchronbüchern für das Fernsehen, ehe es Ende September in die neue Saison geht.
Stimme.de