Heilbronn
Lesezeichen setzen Merken

Rapolder wehrt sich gegen Vereinnahmung

Ein Facebook-Beitrag von Uwe Rapolder hat zu einem großem Medienecho geführt - etwa auf Internetseiten aus der rechten Ecke. Der frühere Bundesligatrainer hat darauf nun reagiert.

Von Stephan Sonntag
  |    | 
Lesezeit  1 Min
Rapolder wehrt sich gegen Vereinnahmung
Uwe Rapolder bei einem Truppenbesuch 2010 in Afghanistan. Foto: Archiv/privat

In den vergangenen Jahren war es ruhig geworden um den ehemaligen Bundesligatrainer Uwe Rapolder. Doch mit einem Post auf seiner privaten Facebookseite sorgte der 59-jährige Heilbronner am Wochenende bundesweit für Schlagzeilen.

"Ich habe keine Ahnung, warum mein Statement so eine Welle gemacht hat. Ich äußere mich schon lange zu politischen Themen", sagte Rapolder im Gespräch mit der Heilbronner Stimme.

Unter dem Titel "Deutschland 2017. Ein Land außer Rand und Band" hatte der gebürtige Zabergäuer am vergangenen Mittwoch zu einem verbalen Rundumschlag gegen die herrschenden Verhältnisse in Deutschland ausgeholt. Er kritisiert die "unkontrollierte Massenzuwanderung", moniert "null soziale Gerechtigkeit" und fragt: "Warum gibt es keinen vernünftigen Mittelweg? Warum wird das Volk bis auf's Blut provoziert? Wollt Ihr wirklich den Krieg in den Straßen, wie in Frankreich oder Schweden?"

Eintrag auf "journalistenwatch"

Der rechts-populistische Internet-Blog "journalistenwatch" griff den Beitrag auf, versah ihn mit wohlwollenden Kommentaren und veröffentlichte ihn auf seiner Website. Auch der islamfeindliche Blog "Poltically Incorrect" begrüßt die Äußerungen: "Ein deutscher Sportler redet Tacheles". Auf vielen Internetseiten der AfD tauchte Rapolders Beitrag ebenfalls auf. Der stellvertretende Kreissprecher der Jungen Alternative Essen, Matthias Freutel, riet Rapolder auf Twitter dazu, bei der Bundestagswahl die AfD zu wählen.

"Das ist alles ohne mein Wissen geschehen. Mit mir hat niemand gesprochen", wehrte sich Rapolder nun gegen jede Vereinnahmung. Bei "Focus-Online" erschien am Samstag ein Artikel mit dem Titel: "Wirrer Facebook-Eintrag von Uwe Rapolder. Ex-Bundesliga-Trainer outet sich als Flüchtlingsgegner." Diese Kritik wies Rapolder ebenfalls entschieden zurück:

Wechsel in Politik nicht geplant

"Ich bin nicht gegen Flüchtlinge, nur gegen die seit 20 Monaten offenen Grenzen." Auf seiner Facebookseite kommentierte er die Berichterstattung ausführlich. "Meine Motivation ist wirklich die Sorge darum, wie die Zukunft in Deutschland in etwa aussehen soll", heißt es dort. Daher werde er auch künftig seine "ausschließlich eigene Meinung" unabhängig von Organisationen oder Parteien kundtun.

"Ich bin ein Bürger aus der Mitte, der politisch interessiert ist und seine Meinung äußert", stellte er im Gespräch klar. Die vielen positiven Reaktionen auf seine Statements bestärkten ihn in seinem Handeln. Einen Wechsel in die Politik schließt Rapolder aber aus.

 

Kommentar hinzufügen
  Nach oben