Gute Saison auf dem Heilbronner Weg
Trotz schneereichem Frühsommer zog es viele Wanderer auf den Höhensteig. Die Vorjahreszahlen wurden erreicht, sogar leicht überschritten.
Rolf Maier ist zufrieden. Der Wegewart des Heilbronner Wegs, einem Höhenweg in der Allgäuer Alpen, blickt auf eine erfolgreiche Sommersaison zurück. Etwa 12.000 Wanderer stiegen in der Rappensee-Hütte ab, dem Eingangstor zum Heilbronner Weg. Auf der Kemptner Hütte am andere des Felsensteigs übernachteten rund 18.000 Gäste. Zudem überquerten etwa 14.000 Menschen den Heilbronner Weg. Die Vorjahreszahlen wurden damit erreicht, sogar leicht überschritten. Das warme Wetter im Juli und August hat zur guten Saisonbilanz beigetragen. "Da waren die Hütten am Limit", sagt Maier.
Wetter
Doch das zeichnete sich im Frühsommer längst nicht ab. Es ist kaum drei Monate her, dass Rolf Maier auf dem Heilbronner Weg knietief im Schnee stand. Eigentlich wollte der Wegewart den berühmten Gebirgssteig in den Allgäuer Alpen schon am 16. Juni freigeben. Das Wetter machte dem Kraichgauer einen Strich durch die Rechnung. Ein ums andere Mal mussten die Arbeiten abgebrochen werden. Zu gefährlich war es in dem hochalpinen Gelände − selbst für erfahrene Bergsteiger. Den Hüttenwirten entlang des Felsensteigs drohten finanzielle Einbußen. Am 7. Juli schließlich war der Weg vom Schnee befreit, so dass Rolf Maier ihn freigeben konnte.
Maier ist für die Heilbronner Sektion des Deutschen Alpenvereins aber nicht nur als Wegewart des Heilbronner Wegs unterwegs, sondern auch als Bergführer. Acht Touren hat der Berwanger in diesem Sommer geführt, die Letzte führte vom 1. bis zum 7. September vom Watzmann in Berchtesgaden bis zu den Drei Zinnen in den Dolomiten (siehe Bildergalerie Alpenüberquerung). Zwölf Wanderer waren mit dabei. "Das ist die Grenze. Mehr kann man auf Wanderung nicht mitnehmen", sagt Maier. Trotz der spektakulären Ausblicke, die sich entlang der Reiseroute zeigten, sieht Maier Nachwuchsprobleme bei den Bergführern. Wer den Job hauptamtlich mache, sei nur wenige Tage im Jahr zu Hause. Für Rolf Maier sind es der Spaß am Bergsteigen und die beeindruckende Landschaft, die ihn immer wieder in die Berge ziehen.
Gebirgspfad
Auf dem Heilbronner Weg neigt sich die Sommer-Saison derweil schon wieder dem Ende zu. Bereits am 12. September hat es auf dem Gebirgspfad oberhalb von Oberstdorf zu schneien begonnen, etwa 20 Zentimeter sind liegen geblieben. Mitte September musste Rolf Maier mit dem Schneeschippen beginnen. "Das ist normal in 2000 Meter Höhe", sagt der 58-Jährige. In der kommenden Woche werden voraussichtlich die Hütten entlang des Heilbronner Wegs schließen. Dennoch zieht es regelmäßig auch im Herbst noch Wanderer zum Heilbronner Weg − in der Hoffnung auf einen Goldenen Oktober.


Stimme.de