Eltern sind froh, dass es die Kita Charlottenstraße gibt
Zweitältestes Kindertagheim in der Stadt feiert 50-jähriges Bestehen − Platz für 120 Kinder in sieben Familiengruppen

Ein Ganztagesbetreuungsplatz in einem Tagheim − das war vor einem halben Jahrhundert in Heilbronn noch Mangelware. Wer einen bekam, konnte sich glücklich schätzen. Es gab in der Stadt nur die Olgakrippe, im Oktober 1966 endlich kam mit dem Tagheim Charlottenstraße die zweite Ganztageseinrichtung mit 70 Plätzen dazu. Bereits Babys wurden aufgenommen, bevorzugt wurden Kinder alleinstehender Frauen oder Männer, die arbeiten mussten.
1200 Kinder haben seither die städtische Einrichtung durchlaufen. Zurzeit werden 120 Kinder im Alter von acht Wochen bis sechs Jahren in sieben Familiengruppen in der großzügig umgebauten Kita an der Sontheimer Landwehr betreut.
Das runde Jubiläum wurde am Wochenende fröhlich gefeiert: zusammen mit Eltern, ehemaligen Kita-Kindern sowie Erzieherinnen von damals und heute.
Auf Kommando steigen viele rote Luftballons in die Luft. Leo (3) hat seine Eltern drei Wünsche auf die angehängte Herzkarte notieren lassen: "Noch viele schöne Kindergartenjahre, viele Kindergartenfreunde und tolle Spielsachen". Mama Evelyn Herrmann ist froh, dass es dieses Angebot gibt. "Ich arbeite sechs Stunden am Tag, so lange ist Leo hier und es gefällt ihm gut."
Heilbronns Sozialbürgermeisterin Agnes Christner erinnert in ihrer Festrede an die Anfänge, als vier Erzieherinnen, drei Kinderkrankenschwestern plus Hilfspersonal für 70 Kinder zehn Stunden am Tag da waren. Die Kita Charlottenstraße wurde stetig größer, ab 1986 hat sie bereits 120 Plätze.
Große Verdienste in der Kita-Leitung erworben haben sich Katharina Stubenvoll (77), die 22 Jahre dort war, sowie Hildegard Etter-Ringhofer. Die 62-Jährige ist nach 41 Jahren im Sommer in den Ruhestand gewechselt. Erst vor einer Woche hat ihre Nachfolgerin Christiane Sock die Leitung übernommen, 26 pädagogische Fachkräfte, zwei Sprachförderexpertinnen und ein fünfköpfiges Hauswirtschaftsteam, das täglich kocht, gehören dazu.
Bildung Die Bürgermeisterin beschreibt, was sich in den letzten Jahrzehnten geändert hat: Kitas sind zum Ort der frühkindlichen Bildung geworden, jedes Kind hat einen Rechtsanspruch auf einen Platz. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf würde ohne Kindergärten und Tagheime nicht funktionieren. Anders als vor 50 Jahren ist es heute selbstverständlich, dass ein Kind einen Kindergarten besucht.
Dass Eltern in Heilbronn seit acht Jahren keine Kindergartengebühren bezahlen, sei ein Beweis für die Kinderfreundlichkeit der Stadt. Christner: "Das steht auch im nächsten Haushalt nicht zur Disposition."

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