Eine Stadt aus 800 Kilogramm Lego
Während der Faschingsferien baut die freie evangelische Kirche mit Kindern eine besondere Stadt. Die Aktion tourt durch ganz Deutschland und findet zum dritten Mal in Heilbronn statt.
"Herzlich Willkommen zum dritten Bautag. Bevor wir starten, kurz die wichtigsten Regeln: Wir helfen einander, Gebautes ist geschützt und jeder räumt seinen Bauplatz wieder auf," begrüßt Gemeindereferentin Judith Matutis rund 40 Kinder im Gemeindesaal der Freien evangelischen Kirche im Heilbronner Shoppinghaus. Dann bricht der Trubel los: Die Kleinen stürmen unter Geschrei zur Ausgabe der Bausätze. An Gruppentischen entstehen im Ferienprogramm in kurzer Zeit bunte Häuser, hohe Türme und schillernde Fassaden. Viele kleine Hände verarbeiten in vier Tagen Bausteine mit einem Gesamtgewicht von 800 Kilogramm.
Doch wie passen Glaube und Lego zusammen? "Wir haben in unserer Gemeinde viele Kinder. Das Lego-Projekt ist eine tolle Möglichkeit, den Nachwuchs zu integrieren", sagt Pastor Siegfried Leferink.
Kreativität statt Konsum
Das Bauen mit Legosteinen ist im digitalen Zeitalter keine Selbstverständlichkeit mehr. "Normalerweise sind wir zuhause viel im Freien. Aber wir spielen natürlich auch mit dem Handy", erzählen Lennart (12) und Nils (12), während sie die letzten Teile des roten Lokschuppens zusammenstecken. Hier setzt die Gemeinde an. "Unser Motto lautet Kreativität statt Konsum", stellt Matutis klar. Die Kinder gestalten frei und setzen eigene Ideen um. "Ich bin heute den zweiten Tag hier. Zuhause baue ich ebenfalls und habe viel Spaß", bemerkt Oskar (7).
Das Angebot richtet sich besonders an Stadtkinder. Teilnehmer aus unterschiedlichen sozialen Schichten realisieren gemeinsam ein Bauprojekt. Die Aktion tourt durch das gesamte Bundesgebiet und findet zum dritten Mal in der Heilbronner Gemeinde statt. "Das Konzept ist einfach toll. Die Kinder beschäftigen sich sinnvoll. Als Belohnung gibt es nachher meine selbstgebackenen Muffins", freut sich Waltraud Dietz-Rudolph, die bei der Kinderbetreuung hilft.
Bürgermeister der Legostadt
An vielen Stellen werden helfende Hände benötigt. In der Küche und als Bauhelfer unterstützen Gemeindemitglieder. "Ich habe mir Urlaub genommen. Wir stemmen die Organisation komplett selbstständig", berichtet Horst Beling. Warum er von Anwesenden mit Bürgermeister angesprochen wird? "Ich habe die Aufgabe, die fertigen Bauten entgegenzunehmen und auf einer großen Fläche zusammenzusetzen. So entsteht unsere Legostadt."
Zum Abschluss findet am Samstag, 4. März, ein Brunch mit Familien und Freunden der rund 100 Teilnehmer statt. Da kann das Gesamtwerk bestaunt werden.

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