Ein Hoch auf den französischen Automobil-Klassiker
Jahrestreffen des Renault-R15/R17-Clubs mit Gästen aus dem europäischen Ausland

Wie an einer bunten Perlenschnur aufgereiht stehen die auf Hochglanz polierten Fahrzeuge auf dem Parkplatz des Hotels Roger in Löwenstein-Hößlinsülz. Zum 33. Jahrestreffen des deutschen Renault-R15/R17-Clubs sind 46 Freunde des französischen Auto-Klassikers aus den 1970er Jahren mit insgesamt 25 R17 und einem R15 aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden angereist.
Verschwunden Im Sonnenlicht glänzen die selten gewordenen Coupés in verschiedenen Lackierungen. Nur noch 58 Fahrzeuge der Typen R15 und R17 sind in Deutschland für den Straßenverkehr zugelassen. Im Produktionszeitraum zwischen 1971 und 1979 wurden 209 887 Renault 15 und 94 969 Renault 17 gebaut. Wegen Korrosion und Abnutzung sind die meisten Exemplare jedoch aus dem Straßenbild verschwunden. Im Schatten einer Grillhütte neben dem Parkplatz ermitteln Thomas Ritzenfeldt aus Erlenbach und seine Tochter Laura (14) das Ergebnis der Spaß-Rallye vom Nachmittag. Diese führte über 83 Kilometer mit Fragen zur Region und lustigen Spielen, wie Schoko-Kuss-Fischen oder Bobby Car fahren. Der Diplom-Ingenieur aus Erlenbach und seine Tochter haben das viertägige Treffen der Renault R15- und R17-Fans gemeinsam organisiert. Eine Bootsfahrt auf dem Neckar nach Gundelsheim, eine Spaß-Rallye in die Region und ein Besuch im Salzbergwerk in Bad Friedrichshall waren Highlights des Programms.
Parkplatznot "Bei meinem R17 ist noch alles original", ist Ritzenfeldt auf sein grünes R17-Modell Baujahr 1973 mit 90 PS und nur 28 000 Kilometern auf dem Tacho stolz. Er besitzt vier R17, davon drei fahrbereit, berichtet der Bosch-Ingenieur von seiner Leidenschaft für das rar gewordene Auto. "Bei diesem Hobby muss ich manchmal wegen der Parkplatznot zu Hause schon beide Augen zudrücken", scherzt seine Ehefrau Anita. Die Liebhaber des zeitlosen Sportkombi-Coupés sind vom Programm des Treffens und insbesondere vom Weinsberger Tal und der Region begeistert. "Die Landschaft hier ist traumhaft. Da kommt man ja sonst gar nicht hin", meint Gerhard Prölß aus Franken. Er ist seit 1982 Mitglied im R15/R17-Club mit seinem R17 TS von 1976. "Den musste ich damals komplett zerlegen und wieder zusammensetzten", erzählt Prölß. "Die Rundfahrt war toll, die Aufgaben waren lösbar und witzig", lobt Rolf Geisler aus Alpen bei Köln die Organisatoren. Er ist der Präsident des deutschen R15/R17-Clubs mit 42 Mitgliedern.
Die weiteste Anfahrt hatte mit 720 Kilometern Hansi Martens aus Hemmingstedt bei Heide mit seinem R17 TS von 1973. "Weil schon meine Eltern so ein tolles Auto hatten, wollte ich auch einen R17 fahren", berichtet er. Sein Lieblingsauto hat er 2004 als Scheunenfund in der Schweiz gekauft. "Das Treffen ist ein tolles Geburtstagsgeschenk für mich", erzählt Jürgen Decker, früher selbst R17-Fahrer. Nun ist er dank seiner Schwester "Co-Pilot" im R17 von Gerhard Sautter aus Ammerbuch-Reusten.
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