Rauchereck sorgt für Ärger

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Heilbronn - Im Unterricht und in Zusatzveranstaltungen erklären Marion Kolb und ihre Kollegen ihren Schülern, wie gefährlich das Rauchen ist. Auf dem Weg zur Schule oder nach Hause laufen dieselben Schüler dann an qualmenden Schülern und Lehrern vorbei: Das darf nicht sein, regt sich die Lehrerin der Helene-Lange-Realschule auf. Doch ihr und der Heilbronner Schule sind die Hände gebunden: Die Raucher gehören zur benachbarten Gustav-von-Schmoller-Schule

Von Katja Feiler
Bald soll ein neuer Standort die Situation entschärfen. Bisher stehen die rauchenden Gustav-von-Schmoller-Schüler so, dass viele Minderjährige auf dem Weg in die Helene-Lange-Realschule (hinten im Bild) an ihnen vorbei müssen.Foto: Guido Sawatzki
Bald soll ein neuer Standort die Situation entschärfen. Bisher stehen die rauchenden Gustav-von-Schmoller-Schüler so, dass viele Minderjährige auf dem Weg in die Helene-Lange-Realschule (hinten im Bild) an ihnen vorbei müssen.Foto: Guido Sawatzki

Heilbronn - Im Unterricht und in Zusatzveranstaltungen erklären Marion Kolb und ihre Kollegen ihren Schülern, wie gefährlich das Rauchen ist. Auf dem Weg zur Schule oder nach Hause laufen dieselben Schüler dann an qualmenden Schülern und Lehrern vorbei: Das darf nicht sein, regt sich die Lehrerin der Helene-Lange-Realschule auf. Doch ihr und der Heilbronner Schule sind die Hände gebunden: Die Raucher gehören zur benachbarten Gustav-von-Schmoller-Schule.

Gespräche

Die Mehrheit der 2730 Schüler des Wirtschaftsgymnasiums, der Wirtschaftsschule, des Berufskollegs und der kaufmännischen Berufsschule an der Gustav-von-Schmoller-Schule ist volljährig, erklärt Schulleiter Dieter Seybold seine Situation und gibt zurück: „Es ist natürlich leicht, aus dem problemlosen Stand einer Realschule heraus, die keine über 18-jährigen Schüler hat, zu fordern, dass es keine Raucherecken geben soll.“ Schon länger sind die Helene-Lange-Realschule und die Gustav-von-Schmoller-Schule über den inoffiziellen Raucherbereich außerhalb des Schulgeländes im Gespräch. Besonderer Stein des Anstoßes ist, so Kolb: Die Raucher stehen auf dem Zufahrtsweg zum Fahrradkeller der Realschüler und den Parkplätzen der Realschullehrer.

Die rauchenden Berufsschüler sehen das Dilemma gelassen: „Die Lehrer schauen immer böse, wenn sie in den Parkplatz einbiegen. Aber das macht uns nichts“, zuckt ein 18-Jähriger mit den Schultern.

Lösung

Die Diskussion zwischen den benachbarten Schulen beschäftigt seit Längerem auch das Heilbronner Schul-, Kultur- und Sportamt. Thomas Csaszar als zuständiger Mitarbeiter beruhigt: „Es ist ein neuer Platz gefunden. Er wird wahrscheinlich im Frühjahr umgestaltet.“ Eine Hecke soll dann vermeiden, dass die jüngeren Schüler die Raucher direkt sehen. Aber auch dann wird der von der Stadt umgestaltete Bereich ein inoffizielles Rauchereck sein. Eine Genehmigung hat die Schmoller-Schule nicht. Csaszar sieht im neuen Standort einen Kompromiss.

Die Johann-Jakob-Widmann-Schule und die Wilhelm-Maybach-Schule in Heilbronn haben auch minderjährige Schüler und versuchen, das Rauchproblem so zu lösen: Dort gibt es absichtlich keine ausgewiesenen Raucherbereiche rund um die benachbarten Schulen. Die beiden Direktoren Ursula Steudle und Bruno Troßbach sind sich einig. Steudle: „Wir setzen das Gesetz so um wie es vorgesehen ist. Man muss keine Raucherecken haben. Außerdem müssten wir dann kontrollieren, wer dort raucht.“ Doch die Raucher unter den rund 4000 Schülern und Lehrern gibt es natürlich weiter: Sie stehen auf den Gehwegen und Einfahrten rund um die Gebäude. Das gefällt nicht allen Anwohnern. Troßbach: „Wir hatten wegen der Kippen anfangs Beschwerden. Das haben wir durch einen Reinigungsdienst gelöst. Allerdings ist der Vertrag der Zusatzkraft ausgelaufen.“

 

Hintergrund: Rauchen an Schulen

Das Landesnichtraucherschutzgesetz sieht ein generelles Rauchverbot in Schulgebäuden und auf Schulgeländen vor. Aber: Die Gesamtlehrerkonferenz kann mit Zustimmung der Schulkonferenz und nach Anhörung des Elternbeirats und der Schülermitverantwortung Raucherzonen außerhalb von Schulgebäuden im Außenbereich des Schulgeländes für jeweils ein Schuljahr zulassen. Das ist bisher an keiner städtischen Schule passiert. An beruflichen Schulen im Landkreis haben die Christiane-Herzog-, Andreas-Schneider- und Peter-Bruckmann-Schule offizielle Raucherzonen ausgewiesen.


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