Freikirche im Shoppinghaus
In einem ehemaligen Copy-Shop im Allee-Shoppinghaus Heilbronn ist jetzt eine Freikirche eingezogen. Unter dem Titel „Der Raum“ will man auch in die Stadtgesellschaft ausstrahlen.

Die programmatischen Großbuchstaben fehlen zwar noch, sollen aber bald kaum zu übersehen zu. „Ein Raum“ heißt es seit kurzem hinter der Schaufensterfront an der Nordecke des Shoppinghauses an der Heilbronner Allee 40. Wer genauer hinschaut, weiß auch, für was die zuletzt von einem Copy-Shop belegten 90 Quadratmeter im Erdgeschoss und eine etwas größere Fläche im Keller künftig genutzt werden: für Begegnung, Service und Kultur. Und wer nachfragt, am besten bei Pastor Siegfried Leferink oder Sozialpädagogin Judith Matutis, wird mit offenen Armen empfangen – und mit Psalm 31,9: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“
Die seit 21 Jahren in Heilbronn aktive Freie evangelische Gemeinde (FeG), die bereits seit 17 Jahren etwas versteckt im Zweiten Geschoss des Allee-Shoppinghauses beheimatet ist, hat sich mit freundlicher Unterstützung von Immobilienbesitzer Peter Schmid, an der Allee 40 einen Kaffeehaus-artigen Mehrzweckraum eingerichtet, über den die FeG mit niederschwelligen Angeboten und regelmäßigen Öffnungszeiten „noch stärker“ in die Stadtgesellschaft hineinwirken – und wahrgenommen werden will.
„Kirche ist nur Kirche, wenn sie Kirche für andere ist“
Nach Dietrich Bonhoeffers Motto „Kirche ist nur Kirche, wenn sie Kirche für andere ist“ bietet die in Heilbronn 110 Mitglieder zählende Freikirche nicht nur Sonntagsgottesdienste an. Vielmehr engagiert sie sich in vielfältiger Weise im gesellschaftlichen und sozialen Bereich der Innenstadt. Von je her sei man stark auf Familien ausgerichtet, berichten Leferink und Matutis. Bald stellte man eine erste Kinderkleiderbörse auf die Beine, bald den inzwischen zweiwöchentlichen Spielplatztreff im Kirchhöfle hinter der Nikolaikirche, aus dem das regelmäßige Kirchhöfle-Fest im Sommer erwuchs. Aus der Aktion „Lego-Tage“ entwickelte sich ein Angebot namens City-Kids mit monatlichen Spielnachmittagen. Für Schüler bieten die Christen Nachhilfe, für Mütter gibt es Frühstücksangebote – mit guten Gesprächen über Gott, die Stadt und die Welt.
Und: Seit die Stadtverwaltung vor fast zwei Jahren anfragte, ob die engagierten Gläubigen nicht auch Zeit für die Betreuung von Flüchtlingen im Augärtle hätte, sind Matutis, Leferink und Co. verstärkt auf dem weiten Felde der Integration tätig. In diesem Zusammenhang bietet man neben der Unterstützung im Alltag sogar international besetzte Gottesdienste mit Dolmetscher an.
Seminare und Kulturangebote
Der neue Raum öffne nun weiter Möglichkeiten für bestehende und neue Aktivitäten: von Seminaren bis zu Kulturangeboten, gerne auch in Kooperation mit anderen Gruppen. Geöffnet sind die Türen anlassbezogen und regelmäßig zunächst nur dienstags und donnerstags, 17 bis 19 Uhr – „aus personellen Gründen“, wie Pastor Leferink sagt. Schließlich finanziere sich die FeG allein durch Spenden.
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