Zehntausende feiern beim Talheimer Faschingsumzug
Talheim - Mehr als 70 Gruppen mit 2300 Teilnehmern marschierten am Sonntag durch die Straßen von Talheim. Beim großen Faschingsumzug des Carnevalsvereins waren Narrenzünfte aus ganz Baden-Württemberg dabei.
Talheim - "Ohren zu!“, warnt ein Soldat des Infanterie-Regiments „Alt-Württemberg“ die Zuschauer. Und schon knallt der nächste Böllerschuss. Die Traditionstruppe führt den Faschingsumzug des Talheimer Carnevalsvereins (TCV) an, und der lässt auch in diesem Jahr kaum Wünsche offen: 70 Gruppen mit mehr als 2300 Aktiven sorgen wieder für ein buntes Spektakel. Fast zwei Stunden dauert es, bis die Truppe – kräftig durchgefroren – endlich starten darf.
Ja, es ist einigermaßen kalt an diesem Sonntagnachmittag. Der Himmel ist trüb, aber Zugmarschall Andreas Pratz will sich über das Wetter wirklich nicht beschweren. „Solange es von oben her trocken bleibt...“.
20.000 bis 25.000 Zuschauer, wie von Pratz erwartet, mögen es tatsächlich sein. Sie bilden auf der zweieinhalb Kilometer langen Umzugsstrecke ein Spalier für die gut gelaunten Akteure aus dem ganzen Land . Talheims Innerortssträßchen sind noch ein Stückchen schmäler geworden. Allein 600 Gardemädchen sind dabei. Die Fiderer Leinfelden haben ihre württembergischen Meister mitgebracht. Die roten Funken vom „Rosenmontag“ Stuttgart geben sich richtig aufgedreht. Aber die ersten, die im Gleichschritt losmarschieren, sind TCV-Mädchen.
Stammgast
„Süß“, sagt Zuschauerin Liane Mewes. Sie hat sich in ein Clownskostüm geworfen und ist mit Mann und Kindern nach Talheim gekommen. „Wir sind jedes Jahr da“, sagt die Klingenbergerin, „das muss sein.“ Viele Zuschauer haben Tüten und Stofftaschen dabei, denn es fliegt allerlei durch die Luft: Bonbons und Popcorn, Schokoküsse und Papiertaschentücher, sogar Parkscheiben.
Immer ein Hit sind die Guggenmusiken. Tolle Truppen sind darunter, die mit ihren Schlaginstrumenten für richtig Stimmung sorgen. Die Schalmeienspieler der Flägga Bätscher Neuhausen beeindrucken zusätzlich durch ihre Uniformen.
„Die Merkel lebt in Saus und Braus, die Bauern wie a Kirchenmaus“: Der Spruch auf dem Wagen enes Landwirts bleibt die einzige Polit-Kritik an diesem Nachmittag. Was den Zuschauern immer Spaß macht, sind freche Hästräger, die allerlei Schabernack treiben. Die Sielminger Heuler-Hexen legen sich schon mal eine Zuschauerin auf die Schulter. Und vor dem Oedheimer Donnergesinde oder den Ditzinger Glemshexen kann man zwar schon ein bisschen Angst bekommen, doch letztere verdienen sich für ihre grandiose Pyramide Extra-Beifall.
Größte Gruppen
Mit acht Wagen und rund 150 Teilnehmern stellt der Gastgeber, der Talheimer Carnevalsverein, am Sonntag die größte Gruppe. Aber zahlenmäßig fast gleichauf ist der Narrenbund Neuhausen. Die Faschingsgesellschaft von den Fildern hat allein vier Maskengruppen aufgeboten.


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