Ein Alphorn-Ständchen für den Papst

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Martin Wiedenbauer aus Böckingen spielt zu Benedettos Geburtstag mit 49 anderen auf dem Petersplatz

Von Franziska Feinäugle
Das hat es im Vatikan noch nie gegeben: Ein Bayer aus Böckingen hat zu Ehren des bayerischen Papstes ein besonderes Konzert organisiert.
          Foto/Montage: Archiv/Dirks
Das hat es im Vatikan noch nie gegeben: Ein Bayer aus Böckingen hat zu Ehren des bayerischen Papstes ein besonderes Konzert organisiert. Foto/Montage: Archiv/Dirks

HEILBRONN/ROM - Es musste vermutlich erst ein Bayer Papst werden, damit die Stadt Rom jetzt ein Schauspiel erlebt, das sie in ihrer langen, bewegten Geschichte noch nie gesehen hat.

Am Abend des 80. Geburtstags von Papst Benedikt XVI., genauer: am Montag zwischen 19 und 20 Uhr, werden auf dem Petersplatz in Rom 50 Alphornbläser ihre beeindruckenden Instrumente aufstellen und Gottes bayerischem Stellvertreter auf Erden geistliche Lieder zu Gehör bringen. Zwei der 50 Musikanten werden der 65-jährige Martin Wiedenbauer aus Heilbronn-Böckingen und Dirigent Matthias Springer aus Lehrensteinsfeld sein.

Verrückte Idee Das Spektakel ist einem Mann zu verdanken, der seit 30 Jahren in Heilbronn lebt, in seinem Herzen aber nie aufhören wird, Bayer zu sein. „Weil’s ein bayerischer Papst ist“, hatte Martin Wiedenbauer die Idee mit dem alpenländischen Geburtstagsständchen. „Ich war krank und lag auf dem Sofa, und da kam mir: Ich fahre nach Rom.“ Genau das tut der emsige Ruheständler diesen Sonntag, und zwar mit 49 anderen Alphornbläsern, die er im gesamten süddeutschen Raum, man darf wohl instrumenteübergreifend sagen: zusammengetrommelt hat.

Heilige Lieder „Gloria“, „Großer Gott, wir loben dich“, „Heilig“: Lieder aus dem katholischen Gesangbuch spielen die musikalischen Pilger, eigens für Alphörner geschrieben, dreistimmig, in F-Dur. Die eine, einzige Probe, bei der sich die einander Unbekannten überhaupt erst kennen gelernt haben, war schon ein Schauspiel für sich: Rund 1000 Zuhörer lauschten den 49 Alphornbläsern vor fünf Wochen in Krauchenwies bei Sigmaringen, der ganze Ort war auf den Beinen.

Wie kommen 50 Alphörner, immerhin je 3,64 Meter lang, im Bus nach Rom? „Indem man sie in drei Teile zerlegt“, erklärt der Böckinger, der „im richtigen Leben“ in der Stadtkapelle Weinsberg und der Bergwerkskapelle Kochendorf Tuba spielt. 1,20 Meter lang sind die Tragetaschen für die aus Bergfichte gearbeiteten Instrumente. 1,20 Meter lang ist auch das Geschenk, das die Gruppe für den Papst im Gepäck hat: ein „Mini“-Horn, spielbar zwar, aber vergleichsweise kurz, eine Sonderanfertigung eines Alphornbläsers aus Oberschwaben.

Ihr Geburtstagslied spielen die Bläser erst am Mittwoch bei der großen Audienz auf dem Petersplatz. Flankiert von der Schweizer Garde sollen sie dann auf der Treppe stehen. „Hinter uns steht der Papst“, sieht Wiedenbauer alles schon vor sich, „und wird sich wahrscheinlich in die Gruppe hineindrängen...“

Unter dem Titel „Bayern gratuliert Papst Benedikt XVI.“ strahlt der Bayerische Rundfunk am Montag um 20.15 Uhr das Alphorn-Ständchen im Fernsehen aus.

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