Dinkelacker-Areal: Räte begrüßen Bebauung
Einmütig und ohne Gegenstimme stellt sich der Heilbronner Gemeinderat hinter die Bebauung des sogenannten Dinkelacker-Areals in der Nordstadt.

Der Plan sieht auf dem 3000 Quadratmeter großen Brachgelände an der Sülmerstraße 41 einen Rewe-Markt, zwei weitere Gebäude mit zusammen 100 Studentenwohnungen sowie ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohneinheiten vor. Hinter dem 25-Millionen-Projekt stehen die einheimischen Projektentwickler Detlef Christiansen und Ewald Mack sowie der Investor Isar Kies.
Von einem „Tag der Freude, weil ein innerstädtischer Missstand beseitigt wird“, sprach Gerd Kempf (SPD) mit Blick auf den „saublöden“ geschotterten Parkplatz, der „nur Verkehr“ in die Altstadt gezogen habe. Kempf geht davon aus, dass 51 geplante Tiefgaragenplätze sowie 123 Radlerstellplätze für die künftigen Bewohner ausreichen werden, zumal die Studenten fußläufig „Kneipe, Kinos und nicht zuletzt Campus“ erreichen können. Mit dem Rewe, zu dem kaum jemand extra von außen anreisen dürfte, werde eine Lücke im City-Lebenmittel-Einzelhandel geschlossen. Nicht zuletzt würdige er das Grünkonzept.
Von einer „überfälligen und zeitgemäßen Bebauung eines der letzten freien Flecken in der Altstadt“ sprach Thomas Randecker (CDU). Er hob hervor, dass sich Anwohner nun im weiteren Planverfahren zu Wort melden können. Die Entwicklung eines solchen Projekts sei dynamisch und brauche Zeit, meinte er und tippte damit mögliche Bedenken von Naturschützern an – „Die Privatsphäre der Fledermäuse muss gewahrt werden“ –, aber auch die Bedenken von Nachbarn, besonders eines Anwohners, der fürchtet, sein Nachkriegshaus könnte von den Neubauten „erdrückt".. werden.
„Städtebaulich prallen hier Dimensionen aufeinander“, meinte Alexander Habermeier (Grüne). Die bestehende Schlosserei an der Schwibbogengasse und der moderne Neubau ergäben „eine miserable Optik“. Der Grüne wünscht sich „mehr Respekt gegenüber dem alten Heilbronn, das sich hier maifestiert“. Er geht davon aus, dass es bei einem 25-Millionen-Projekt möglich sei muss, „dass beide Parteien aufeinander zugehen“. Insgesamt würdigte Habermeier aber „eine gute Lösung mit viel Kraft, Potenzial und Strahlkraft nach außen“, auch für Handel und Gastronomie.
Politisch, städtebaulich, aber auch energetisch sei das Vorhaben „ein Erfolg für die Stadt und das Quartier“, befand Nico Weinmann (FDP). Auch er wünsche sich, dass der „kritische Bereich entschärft wird, eventuell ja durch eine Arrondierung“. Dies wollte Bürgermeister Wilfried Hajek nicht von vornherein ausschließen. Gleichzeitig betonte er: „Das Häuschen ist ja ganz sympathisch, aber die heutigen Maßstäbe sind andere und wir müssen für die Zukunft planen.“
„Endlich, endlich, endlich“, rief Heiner Dörner (FWV), der das Projekt, „das Leben und Menschen in die Stadt bringt“, uneingeschränkt begrüßt. Habermeiers Kritik wies er zurück. „Wir bewegen uns mitten in einer Großstadt, da ist Blockrandbebauung normal.“
Birgit Brenner (Bunte) nahm nicht an der Abstimmung teil, weil sie noch Info-Defizite beim Klimaschutzkonzept sieht. Gisela Haellmigk (Alpha), die den Rewe hinterfragte, bekam von OB Harry Mergel erklärt, bestehende Discounter könnten den LEH-Bedarf in der Altstadt nicht decken.
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