Sonja Christ in Heilbronn zur 61. Deutschen Weinkönigin gewählt

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Heilbronn - Die 61. Deutsche Weinkönigin kommt von der Mosel und heißt Sonja Christ. Die 25-Jährige Diplombetriebswirtin gab bei einer unterhaltsamen Wahlshow am Freitagabend in der Heilbronner Harmonie die beste Figur ab. Der neuen Königin zur Seite stehen zwei Prinzessinnen: die Fellbacherin Christl Schäfer sowie Isabell Kindle.

Von Andreas Tschürtz und Kilian Krauth









Heilbronn - Die 61. Deutsche Weinkönigin kommt von der Mosel und heißt Sonja Christ. Die 25-Jährige Diplombetriebswirtin gab bei einer unterhaltsamen Wahlshow am Freitagabend in der Heilbronner Harmonie die beste Figur ab. So sah es eine 80-köpfige Jury mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Medien. Der neuen Königin zur Seite stehen zwei Prinzessinnen: die Fellbacherin Christl Schäfer (24), die für die Region Württemberg antrat und an der Hochschule Heilbronn studiert, sowie Isabell Kindle (23) aus Baden.

Sonja Christ tritt die Nachfolge von Marlies Dumbsky an. Die Fränkin hatte den deutschen Wein ein Jahr lang als höchste Repräsentantin bei rund 250 Anlässen in aller Welt vertreten. Die inzwischen auf zwei Termine verteilte Wahlzeremonie fand erstmals seit 1954 wieder in Heilbronn statt. Sechs von zwölf deutschen Gebietsweinköniginnen hatten sich vor einer Woche bei einer fachlich ausgerichteten Qualifikationsrunde für das Wahlfinale qualifiziert, darunter Kerstin Fliege (25) aus Saale-Unstrut, Christine Dautermann (23) von der Nahe, und Marleen Herr (23) aus Sachsen.




Krone für die Beste

Die Woche über waren die meisten mit der Traubenlese beschäftigt. Am Freitagabend tauschten sie Gummistiefel gegen Lack- und Lederschuhe ein. 1300 Besucher, überwiegend Wengerter, verfolgten in der Heilbronner Harmonie das Finale zur Wahl der 61. Deutschen Weinkönigin – und feierten die neue Regentin: Sonja Christ (25) von der Mosel.

Schon Stunden vorher ging es hoch her. Weinstände, Livemusik und vor allem die mitgereisten Fanclubs der sechs Kandidatinnen sorgten für ausgelassene Stimmung vor der Harmonie. Blasmusik hatten die Unterstützer von Siegerin Sonja Christ mitgebracht. „Kerstin Fliege, wir fliegen auf dich“, skandierte mit rotem Kopf und schon heiserer Stimme deren Vater Wilfried aus Freyburg in Sachsen-Anhalt – lautstark unterstützt von mitgereisten Freunden und Verwandten.

Am Buffet gab sich die Winzerelite von Rhein, Mosel und Neckar ein Stelldichein. Allen voran stieß der Deutsche Weinbaupräsident Norbert Weber mit seinem Württemberger Kollegen Hermann Hohl auf „den zweiten Jahrhundertjahrgang in diesem Jahrtausend“ an.

Im Saal selbst rührte Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach bei der vom Fernsehen übertragenen Veranstaltung kräftig die Werbetrommel für die „Weinhauptstadt“ Württembergs: „Das Land hat seit 1949 acht Deutsche Weinköniginnen hervorgebracht. Allein drei aus Württemberg – und alle drei kommen aus dem Heilbronner Land.“

Sie griffen nach der deutschen Winzerkrone. Von links: Kerstin Fliege (Saale-Unstrut), Marleen Herr (Sachsen), Isabell Kindle (Baden), Sonja Christ (Mosel), Christl Schäfer (Württemberg), Christine Dautermann. Fotos: Andreas Veigel


1976/77 trug Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch aus Untergruppenbach die Krone. Ihr Ehemann, sagte sie, nannte das Schmuckstück auch schon mal neckisch „Hirschgeweih“. Doch sei die Zeit einmalig gewesen.

Auch Erinnerungen an 1954 wurden wach. Als Deutschland erstmals Fußballweltmeister wurde, fand die Gala letztmals in Heilbronn statt: Im alten Filmpalast an der Fleiner Straße, erinnerte sich die Chefin des Deutschen Weininstituts, Monika Reule. Gewonnen hat vor 55 Jahren Erika Hofmann aus Rheinhessen.

Und 2009? In dem zweistündigen Finale überzeugte Sonja Christ die 80 Juroren am meisten. Wobei bei den 26 Jurymitgliedern aus den deutschen Anbaugebieten nicht nur Wissen und Charme eine Rolle spielten. „Ich stimme natürlich für unsere Kandidatin“, sagte Christoph Hesse, Vorsitzender des Weinbauverbands Sachsen. Die Mehrzahl der Stimmen vergaben jedoch neutrale Vertreter der Medien, Politik und Wirtschaft aus ganz Deutschland. Letztlich reichte es für die beiden Wahl-Heilbronnerinnen Kerstin Fliege und Christl Schäfer, die Württemberg in ihrem „auf den letzten Drücker“ gekauften blauen Ballkleid würdig vertrat und Weinprinzessin wurde, nicht ganz. Doch Siegerinnen sind sie alle.
Wein-Gala in knalligen Bonbon-Farben. Der SWR präsentiert die zweistündige Fernsehshow, die Zuschauer schauten gespannt zu.


Zitate

„Weintrinker sehen gut aus, sind intelligent, sexy und gesund.“
Helmut Himmelsbach, Oberbürgermeister Heilbronn


„Christine, schnapp dir die Krone.“
Fanclub von Christine Dautermann aus Rheinland-Pfalz.


„Der Adel in Deutschland wurde 1919 in der Weimarer Verfassung abgeschafft.“
Punker im Stadtgarten zur Wahl der Weinkönigin


„Ich denke, Heilbronn wird von so einer großen Veranstaltung profitieren.“
Annette Lühmann, Flein


„Der Eintritt ist mir zu teuer. Ich schaue es mir im Fernsehen an. Dazu ein Glas Wein.“
Wolfgang Flaig, Brackenheim


„Wer siegen will, muss gebildet sein und mit beiden Beinen im Leben stehen. Sonst hat man keine Chance.“
Norbert Weber, Präsident des Deutschen Weinbauverbands


„HSt, SWR, MDR, Deutsche Welle, ZDF, DDP, AP, DPA – In dieser positiven Form hatten wir in Heilbronn noch nicht so viel geballten Medienrummel.“
Bernhard Winkler, Leiter der Heilbronn Marketing GmbH


„Die Zusammenarbeit mit Heilbronn war prima. Was immer wir wollten – stets hieß es: klappt, klappt, klappt. Es wird sicher nicht noch einmal 55 Jahre bis zur nächsten Wahl hier dauern.“

Monika Reule, Geschäftsführerin Deutsches Weininstitut




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