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Der HNV ist einen guten Weg gegangen

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Region Heilbronn Festakt anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Verkehrsverbundes

Von Joachim Friedl
Busse, Bahn und Stadtbahn im Heilbronner, Hohenloher und Haller Verkehrsverbund (HNV) legen pro Jahr rund 20 Millionen Kilometer zurück. Anvisiertes Ziel ist jetzt die Einführung der elektronischen Fahrkarte im gesamten Verbund.
          Foto: Dittmar Dirks
Busse, Bahn und Stadtbahn im Heilbronner, Hohenloher und Haller Verkehrsverbund (HNV) legen pro Jahr rund 20 Millionen Kilometer zurück. Anvisiertes Ziel ist jetzt die Einführung der elektronischen Fahrkarte im gesamten Verbund. Foto: Dittmar Dirks

REGION HEILBRONN - Der Heilbronner, Hohenloher und Haller Nahverkehr, kurz HNV, ist in den vergangenen zehn Jahren zu einer festen Größe im Alltag der Bevölkerung geworden. Bei einem Festakt im Heilbronner Schießhaus würdigten Politik und Verkehrsunternehmen den Mut, 1997 die Aufsplitterung in Linienkonzessionen aufzuheben und den Nahverkehr aus einem Guss zu schaffen. Grundlage dafür war, wie HNV-Geschäftsführer Gerhard Gross betonte, die Erkenntnis, dass „kommunale Verkehrsprobleme nur regional lösbar sind“.

Bei aller Freude über zehn erfolgreiche HNV-Jahre schlug Gross am Dienstag auch kritische Töne an: „Die jüngsten Kürzungen im Schienenverkehr setzen ein falsches Signal.“ Anstatt den ÖPNV als Alternative auch in Bezug auf den Klimaschutz und die Feinstaubbelastung weiter auszubauen, werde dem System notwendige Finanzmittel entzogen.

„Wir sollten nicht vergessen, wie das ÖPNV-Angebot vor zehn Jahren war“, reagierte Staatssekretär Rudolf Köberle vom Innenministerium auf diese Kritik. Wenn man sich an jene Zeit zurückerinnere, bekomme man einen „angemessenen Maßstab für die jetzt erfolgten Kürzungen.“ Mit Nachdruck forderte er den ÖPNV auf, „flexibler zu werden“. Variabler Fahrzeugeinsatz und bewegliche Linienplanung seien notwendig, um auf die Nachfrage der Bürger reagieren zu können. Vor diesem Hintergrund wünscht er sich eine baldige Einführung des elektronischen Ticketing. Dem Leistungsvergleich, nach dem das Land künftig seine ÖNV-Fördermittel verteilt, muss sich der HNV laut Köberle „ab dem Jahr 2012 stellen“.

Das Auto „Der HNV hat in den vergangenen zehn Jahren eine Erfolgsgeschichte geschrieben“, freute sich Landrat Helmut Jahn (Hohenlohekreis). Diesen Weg gelte es erfolgreich fortzusetzen, gleichwohl die Rahmenbedingungen schwieriger würden. Ein Schwerpunkt künftiger ÖPNV-Politik ist für den HNV-Aufsichtsratsvorsitzenden, „das bestehende Angebot zu erhalten“.

17 Verkehrsunternehmen unter einen Hut zu bekommen, eine einheitliche Tarifstruktur zu finden, politische Hürden zu nehmen, Existenzängste abzubauen - all diese nicht einfachen Etappen ließ der Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg Revue passieren. Ob des Erreichten fiel sein Fazit positiv aus: „Stadt und Landkreis haben damals richtig entschieden.“

Dass auch beim HNV nicht alles Gold ist was glänzt, verdeutlichte in seinem Festvortrag Professor Rüdiger Sterzenbach von der Hochschule Heilbronn. Der Nahverkehrsexperte, der den Verbund seit seinen Anfängen begleitet, schrieb den Machern vor Ort ins Stammbuch: „Der ÖPNV braucht ein konsequentes Vermarktungssystem, eine integrierte Verkehrsplanung und ein geschlossenes System für die Region.“ Wichtig sei, Busse und Bahn schnell zu machen, „denn der Kunde will Zeit sparen“. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung erwartet Sterzenbach keine steigenden Fahrgastzahlen: „Die Alten von morgen sind eine Auto-affine Generation.“ 80 Prozent der Bürger seien heute mit dem Pkw unterwegs. Selbst in Ballungsräumen liege der ÖPNV-Anteil nur bei 25 Prozent.

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