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Heilbronn

Deckenbruch im Salzwerk: Gestein fiel 20 Jahre lang auf Sondermüll

  
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5000 Kubikmeter Gestein waren mehr als 20 Jahre lang schichtweise auf Sondermüll im Bergwerk Heilbronn gefallen. Das haben die Südwestdeutschen Salzwerke nun bekannt gegeben.

Von Joachim Friedl

Die Südwestdeutsche Salzwerke AG (SWS) betreibt seit 1987 eine Untertagedeponie im Bergwerk Heilbronn. Anfang des Jahres war festgestellt worden, dass es in einer von 32 Einlagerungskammern Ablösungen vom Kammerdach, einen sogenannten Firstfall, gab. 5000 Kubikmeter Gestein waren über 20,25 Jahre schichtweise auf die mit Sondermüll gefüllten Big Bags gefallen. Am Montagabend informierte das Unternehmen den Heilbronner Gemeinderat, den Bezirksbeirat Frankenbach und den Arbeitskreis Kommunalpolitik Neckargartach.

Sogenannte Big Bags sind im Heilbronner Bergwerk eingelagert.
Sogenannte Big Bags sind im Heilbronner Bergwerk eingelagert.

Als Ursache für den Firstfall wird nach Einschätzung der Gutachter das Zusammenwirken von drei Faktoren gesehen: Die Randlage der Kammer zu nicht abgebauten Salzfeldern, die größere Abbauhöhe im Vergleich zu den Nachbarkammern und das Fehlen des oberen Salzlagers.  Wichtig war SWS-Vorstandssprecher Kai Fischer gestern Abend die Feststellung, dass „die betroffene Kammer standsicher und trocken ist“. Gegen den sicheren Weiterbetrieb der Untertagedeponie bestünden deshalb „nach wie vor keine Bedenken“, sagte Bergwerksdirektor Wolfgang Rüther. Die betroffene Kammer befindet sich unter einem Acker an der Bamberger Straße in Frankenbach

Die Sanierung der betroffenen Kammer „90 Süd NW 3“ sieht nun den Einbau von weiteren Big Bags vor. Parallel dazu werden Salzaufbereitungs-Rückstände wie Tone und Anhydrite bis zum Kammerdach eingetragen. Die Arbeiten sollen Anfang 2014 abgeschlossen sein. Außerdem werden moderne Messstellen installiert, die künftig halbjährlich statt bisher jährlich abgelesen werden.

Bekannt wurde der Deckenbruch durch einen Artikel im Schweizer Verbrauchermagazin „Beobachter“. Die SWS hatte den Firstfall erst öffentlich gemacht, nachdem die Heilbronner Stimme den Fall aufgegriffen und berichtet hatte. Kai Fischer versicherte gestern Abend mehr Transparenz in der Außendarstellung der Südwestdeutschen Salzwerke AG zu: “Wir wissen: Es wird immer wichtiger, zu informieren.” 

 

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