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Pforzheim/Hamburg
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Das Rennen um das höchste Holzhochhaus Deutschlands

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Skaio, das Holzhochhaus im Neckarbogen, muss seinen Titel als höchstes Holzhaus Deutschlands bald abgeben: In Pforzheim und Hamburg sind neue Projekte geplant.

von Bärbel Kistner
Aktuell ist das Skaio in Heilbronn (Mitte) das höchste Holzhochhaus Deutschlands. Doch auch in Pforzheim (links) und in Hamburg (rechts) werden Holzhochhäuser gebaut. Montage: HSt
Aktuell ist das Skaio in Heilbronn (Mitte) das höchste Holzhochhaus Deutschlands. Doch auch in Pforzheim (links) und in Hamburg (rechts) werden Holzhochhäuser gebaut. Montage: HSt  Foto: Montage: HSt

Rekorde währen auch im Holzbau nicht lange. Derzeit gilt das 34 Meter hohe Skaio als das höchste Holzhaus in Deutschland. Doch neue, noch höhere Projekte stehen bereits in den Startlöchern. Am westlichen Stadtrand von Pforzheim plant das Büro Peter W. Schmidt Architekten ein Holzgebäude mit 14 Stockwerken und 45 Meter Höhe für die Arlinger Baugenossenschaft. Der Standort Carl-Hölzle-Straße ist auch Namensgeber. Der Holz-Hybrid-Bau heißt Carl.

Holz auch von außen sichtbar

Anders als beim Heilbronner Skaio wird man bei Carl den überwiegend hölzernen Charakter auch von außen sehen, berichtet Architekt Michael Mader bei einem Holzbau-Symposium auf der Buga. Die konstruktive Lösung ist eine auskragende, ein Meter tiefe Krempe, die einen Brandüberschlag verhindern soll. Deshalb kann auch die äußere Verschalung aus Holz sein. Im Innern, beim Sicherheitstreppenhaus, kommen die Planer aus brandschutztechnischen Gründen auch um Stahlbeton nicht herum. Doch auch die tragende Konstruktion ist aus Holz.

Pioniergeist in Pforzheim

Es ist für Pforzheim ein Leuchtturmprojekt, das den besonderen Stellenwert der Holzgewinnung im Schwarzwald für die wirtschaftliche Geschichte der Region zeigen soll. "Erstaunlich, dass der Holzbau in unserer Zeit bislang hier keine nennenswerte Rolle spielte", heißt es bei den Architekten. Die Baugenossenschaft Arlinger zeige Pioniergeist und kombiniere ökologische Erfordernisse mit der regionalen Holz-Affinität.

Carl bietet zusammen zwei angrenzenden Längsbauten 73 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen und eine Kindertagesstätte. Das Projekt befindet sich in der Genehmigungsphase. Ende 2021 soll Carl fertig sein. "Das Projekt wird in Pforzheim sehr positiv aufgenommen", berichtet Architekt Mader.

Wildspitze mit 19 Etagen

Doch auch der neue Pforzheimer Rekord soll nicht lange währen. In der Hamburger Hafencity wird die "Wildspitze" mit 19 Etagen geplant und wird damit ungefähr doppelt so hoch wie das Heilbronner Skaio. Auch für die Wildspitze gilt: Bis auf die Treppenhauskerne kommt fast nur Holz zum Einsatz: für die tragenden Bauteile, die Geschossdecken und die Außenwände. Der Holzcharakter bleibt auch im Hamburger Projekt von außen sichtbar: Die Holzfassade erhält eine zweite, gläserne Fassade, damit ist die Außenhülle vor Feuchtigkeit geschützt, und es gibt keine Konflikte mit dem Brandschutz. "Das Projekt befindet sich derzeit in der Ausführungs- und Genehmigungsplanung", heißt es beim Architekturbüro Störmer Murphy and Partners auf Anfrage. Rund 100 Millionen Euro soll Projekt kosten. 180 Mietwohnungen soll es in der Wildspitze geben, 60 davon sind öffentlich gefördert.

 
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