Bei verengten Adern droht der Schicksalsschlag Schlaganfall
60 um ihre Gesundheit besorgte Menschen hatten Glück. Sie ergatterten einen kostenlosen Untersuchungstermin im Schlaganfall-Infomobil auf dem Kiliansplatz.

Das Mehrfache an Interessenten hätten Dr. Michael Ackermann und Dr. Urs Riemann von der Medizinischen Klinik I bedienen können. Die im Viertelstundentakt vergebenen Termine waren am Montag binnen kürzester Zeit ausgebucht. Viele probierten es noch auf gut Glück und mussten murrend wieder gehen. Dabei könnte man den Risikocheck per Ultraschall jederzeit beim Arzt bekommen: Entweder auf Kosten der Krankenkasse, wenn Verdachtsmomente oder Risikofaktoren vorliegen, oder als eine aus eigener Tasche zu bezahlende Leistung.
Die meisten Untersuchten konnten beruhigt wieder abziehen. Die beiden Ärzte fanden keine besorgniserregenden Veränderungen an der Halsschlagader. Bei einigen wenigen wurden gefährliche und behandlungsbedürftige Engstellen oder Plaque-Ablagerungen festgestellt. Wenn die sich lösen, können sie den Schlaganfall auslösen.
Engstellen werden im Krankenhaus mit einem Ballon aufgedehnt oder operativ beseitigt. Plaque-Ablagerungen behandeln die Ärzte mit Medikamenten und der dringenden Empfehlung an den Patienten, krankmachende Risikofaktoren zu bekämpfen: Übergewicht abbauen, Blutdruck und Cholesterinwerte im Blut senken, das Rauchen aufgeben.
Inzwischen ist der Schlaganfall die zweithäufigste Diagnose im Gesundbrunnen, praktisch täglich wird ein neuer Patient eingeliefert. Dringend rät Ackermann, Symptome nicht zu ignorieren (Lähmungserscheinungen, Sehstörungen, verwaschene Sprache, herabhängender Mundwinkel) und sofort in die Klinik zu kommen oder die Rettungsleitstelle 19222 anzurufen. Der Weg über den Hausarzt dauere zu lang.
Heute ist das zweite Auto der Deutschen Schlaganfallhilfe mit Dr. Georg Backhausen noch einmal zum Risikocheck per Fragebogen und Blutuntersuchung auf dem Kiliansplatz: Allerdings sind auch bei ihm alle Termine ausgebucht.
Stimme.de