Fibro steigt bei GSA ein: 199 Stellen bleiben

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Insolventer Bad Friedrichshaller Automationsanlagen-Hersteller wird von Läpple-Tochterunternehmen übernommen

Von Heiko Fritze
Haben künftig bei GSA das Sagen: Die Fibro-Geschäftsführer Harald Schönau (links) und Anton Zürn. (Foto: Heiko Fritze)
Haben künftig bei GSA das Sagen: Die Fibro-Geschäftsführer Harald Schönau (links) und Anton Zürn. (Foto: Heiko Fritze)  Foto: Von Hanns-Jochen Kaffsack

Es musste schnell gehen, und es ist schnell gegangen. Keine drei Monate nach dem Insolvenzantrag ist eine Fortführungslösung für die Gesellschaft für Sondermaschinen und Automationsanlagen, kurz GSA, gefunden worden. Zum 1. September wird Fibro die Bad Friedrichshaller übernehmen und unter dem Namen GSA Automation GmbH weiterführen. "Unter dem Strich ist das eine nahezu optimale Lösung", sagt Insolvenzverwalter Tibor Braun. Die kleine Einschränkung bezieht sich auf die Zahl der übernommenen Mitarbeiter: Zwar dürfen alle 37 Azubis bleiben, jedoch werden 78 der insgesamt 277 Beschäftigten entlassen. Sie werden in der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft "Pegasus" unterkommen. Für die verbliebenen 199 gilt ein Haustarifvertrag, der 38,5 Wochenstunden, aber mit der Option auf 40 Stunden, und Arbeitszeitkonten umfasst. Bis Ende 2006 gilt ein Beschäftigungssicherungsvertrag.

Neue Geschäftsführer werden die Fibro-Manager Harald Schönau und Anton Zürn. Für sie ist der Einstieg eine ideale Ergänzung: Fibro mit insgesamt 900 Mitarbeitern stellt in Weinsberg so genannte Rundschalttische her und in Haßmersheim Normteile für den Werkzeugbau, Automations- und Robotik-Anlagen. "Solche komplexen Anlagen wie GSA hatten wir aber bisher nicht im Programm", sagt Schönau. "Das sind jetzt zusätzliche Produkte - und insgesamt ist das eine Abrundung der Läpple-Gruppe." Die beschäftigt nach dem Einstieg bei GSA nun etwa 2800 Mitarbeiter rund um Heilbronn und gut 5200 weltweit. GSA erzielte in den Jahren vor der Insolvenz etwa 50 Millionen Euro Umsatz, Fibro zuletzt etwa 120 Millionen.

Die Entscheidung zur Übernahme hat Vorstand Helmut Läpple am Mittwoch gefällt, berichtete Schönau. "Wir haben auch ein bisschen gedrängt." Denn in der Automationsbranche gibt es nur Aufträge, wenn der Hersteller alles vorfinanziert - was bei einem insolventen Unternehmen praktisch unmöglich ist. Tibor Braun: "In drei, vier Wochen wäre die Luft eng geworden." Nun sind alle zufrieden, auch der IG Metall-Bevollmächtigte Rudolf Luz: "Hier hat ein solides Unternehmen hinzugekauft."

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