Betten-Friz streckt sich nach der Decke

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Jubiläumsverkauf zum 150-jährigen Bestehen - „ Der Neandertaler unter den Betten-Häusern“

Von Maria Theresia Heitlinger
Los ging es 1856. Heute blicken drei Generationen der Familie Friz auf das 150-jährige Bestehen zurück und feiern mit vielen Aktionen. (Foto: Ulrike Kugler)
Los ging es 1856. Heute blicken drei Generationen der Familie Friz auf das 150-jährige Bestehen zurück und feiern mit vielen Aktionen. (Foto: Ulrike Kugler)

Von Maria Theresia Heitlinger

Ins gemachte Nest konnte sich das Heilbronner Unternehmen Betten-Friz noch nie legen, wenngleich Betten, Federn und Wäsche das Kerngeschäft des Familienbetriebs darstellen. 150 Jahre alt wird das Einzelhandelsgeschäft in der Großen Bahngasse. Ein Blick in die Firmengeschichte zeigt: Es war nicht immer einfach.

Dabei bezeichnet Mitinhaber Hans-Ulrich Friz die Firma als Beitrag zur Vielfalt der Einzelhandelslandschaft und als unverzichtbaren Teil der Stadt: „Wir gehören zu Heilbronn wie das Rathaus.“ Gründerin der Firma im Jahre 1846 ist Susanna Katharina Wagner. Die Mutter von 21 Kindern eröffnet im Jahr 1856 eine Handbettfederreinigung zur Entstaubung handgerupfter Enten- und Gänsefedern. Nur drei aus der Kinderschar erreichen das Erwachsenenalter. Die jüngste Tochter übernimmt im Jahr 1890 mit ihrem Mann Johann Christian Friz das Unternehmen und erweitert es um eine Bettfedernfabrik. Die dritte Generation unter Alfred Friz legt ab 1932 den Schwerpunkt auf den Einzelhandel und forciert den Ausbau zum Fachgeschäft in der Innenstadt. Am 4. Dezember 1944 wird nicht nur das Haus in der Nägelingasse total zerstört. Beim Bombenangriff kommen sowohl Alfred Friz´ Ehefrau Johanna Friz und ihre beiden Söhne ums Leben. Alfred Friz gibt nicht auf. Nach dem Krieg gründet er erneut eine Familie und baut das Haus in der Großen Bahngasse wieder auf. Nach seinem überraschendem Tod 1975 übernehmen die heutigen Inhaber, die Brüder Gottfried und Hans-Ulrich Friz das Unternehmen, „eine Entscheidung, die gut und richtig war“, betont Gottfried Friz. Sohn Haiko komplettiert seit 2003 die Geschäftsführung.

Das 150-jährige Bestehen, von dem die Kunden ab heute durch Sonderangebote, Jubiläumsrabatte und ein Gewinnspiel profitieren, fällt in eine Zeit, die laut Hans-Ulrich Friz „frequenzarm“ ist. Wegen der ECE-Baustelle und vor allem durch den Wegfall der Parkplätze in der Deutschhof-Tiefgarage sei die Frequenz um „20 bis 25 Prozent zurück gegangen“. Dass sein Unternehmen eine Zukunft hat, davon ist er jedoch überzeugt. Gottfried Friz, der das Haus als „Neandertaler unter den Bettenhäusern“ charakterisiert, will sich künftig auf das konzentrieren, „was wir am Besten können: Beraten und Qualität verkaufen“. Neben der Familie arbeiten bei Betten-Friz aktuell 20 Mitarbeiter. Sie verkaufen auf 1500 Quadratmeter über sieben Etagen Betten, Matratzen, Heimtextilien, Unterwäsche, Bademoden und vieles mehr.

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