115 Kilo machen CDU wieder froh
Der Schwäbisch Haller Abgeordnete Helmut W. Rüeck Heilbronner CDU-Kreisgeschäftsführer

Als ihn der Ruf aus Heilbronn vor gut vier Wochen erreichte, musste Helmut W. Rüeck - das W. steht für Walter und ist für ihn "unverzichtbar" - nicht lange überlegen: "Ich mach's", lautete kurz und knapp die Antwort des Schwäbisch Haller CDU-Landtagsabgeordneten, der im Jahr 2000 überraschend Walter Döring das Direktmandat abgejagt hatte. Seitdem führt der 43-jährige gelernte Maschinenbauer in Teilzeit und nur bis zum 30. September die CDU-Kreisgeschäftsstelle Heilbronn. Zudem kümmert er sich um die Geschäfte im CDU-Bezirk Nordwürttemberg.
Als Feuerwehrmann gerufen wurde der in Altenmünster bei Crailsheim geborene Genussmensch - 115 Kilo stehen 193 Zentimeter Körpergröße gegenüber - nachdem Frieder Fundis wie berichtet wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten als Kreis- und Bezirksgeschäftsführer entlassen wurde. Kommt die Rede auf seinen Vorgänger, nimmt sich der sonst redebegeisterte Christdemokrat merklich zurück. Jedes Wort, auch wenn es nicht viele sind, wird auf die Goldwaage gelegt. Helmut W. Rüeck will nicht zusätzliches Öl in das Feuer gießen: "Ich habe ein ungezwungenes Verhältnis zu ihm. Ich habe den Fall nicht zu bewerten, aber ich war maßlos enttäuscht, als ich von den Vorgängen erfuhr."
Zur Politik kam der ehemalige Betriebsrat bei der Firma Voith durch Franz Josef Strauß. Die unverbiegbare Haltung des Bayern bei Themen wie Nato-Doppelbeschluss und Innere Sicherheit haben Rüeck "tief beeindruckt". Über die Junge Union führte sein Weg stetig nach oben, den Grundstein für seinen späteren politischen Erfolg legte er jedoch 1989, als er für den erfolgreichen Europawahlkampf von Winfried Menrad verantwortlich zeichnete. Die Partei wurde auf ihn aufmerksam. Es folgten Stationen als Kreisgeschäftsführer der CDU Schwäbisch Hall, des Hohenlohekreises und der CDA Nordwürttemberg. Seit 2001 ist Rüeck Kreisvorsitzender der CDU-Schwäbisch Hall und sitzt in der Nachfolge von Ernst Keitel im Landtag.
Politisch stuft sich der Nichtraucher, der sich am 15. Dezember 2004 die letzte Zigarette aus täglich drei Schachteln anzündete, zwischen Konservatismus und Liberalismus ein. Bei Themen wie Recht und Ordnung weiß er jedoch genau, wo er steht: "Hier bin ich eher ein Hardliner." Um Sekunden später abzufedern: "Im Landtag bin ich Mitglied des Sozialausschusses."
Dass Rüeck für die CDU derart viel Zeit aufbringen kann, hat einen schlichten Grund: "Ich bin noch zu haben und muss auf Familie keine Rücksicht nehmen", sagt der 43-Jährige mit dem sympathischen Lachen. Um nicht ganz alleine zu sein, wenn der umtriebige Politiker nach Hause kommt, hat er sich vier Perserkatzen angeschafft: "Die freuen sich immer, wenn ich zur Tür herein komme - und bruddeln nicht, wenn es wieder einmal etwas später wurde. . .
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