Meinung zum DFB-Aus bei der Fußball-WM: Spiegelbild der Gesellschaft
Deutschland ist nicht nur beim Fußball auf dem Weg in die internationale Sackgasse, meint unser Autor.
Die Schadenfreude reicht vom arabischen Raum einmal rund um den Globus. Das Aus für Deutschland bei der WM ist viel mehr als nur ein weiteres sportliches Desaster. Es passt in das Bild, das viele andere Nationen von Deutschland haben. Da ist eine Nation mit erhobenem moralischen Zeigefinger unterwegs, die aber selbst ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat und auf vielen Ebenen, ob Wirtschaft, Bildung, Klima- oder Energiepolitik, den Anschluss verliert.
Wenn nur noch der Faktor Glück oder die Hilfe von anderen, wie bei Flicks trauriger Truppe, entscheidend sind, dann reicht das eben nicht mehr aus. Wer dann noch den anderen die Welt erklären und sie bekehren möchte, der hat den eigenen Kompass längst aus dem Blick verloren. Es gibt tatsächlich Länder, die sich weder an Deutschland noch an Europa orientieren wollen. Das zu akzeptieren scheint schwerzufallen. Und es gibt Nationen, denen der deutsche Sonderweg auf die Nerven geht. Zumal er kaum von Erfolg gekrönt ist. Nicht nur im Sport.
Und so ist auch der Kuschelkurs des Nationalteams ein Spiegelbild der Gesellschaft. Es geht ums Wohlfühlen und gute Laune. Um Ärmel aufkrempeln, Leistungsbereitschaft und die Notwendigkeit, sich auch mal zu quälen, geht es nur noch selten. Die Fahrt in die Sackgasse kann nur der bejubeln, der sich über das rasante Tempo freut, mit dem wir auf diesem Weg unterwegs sind.
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Kommentare
Josef Häfele am 02.12.2022 17:30 Uhr
Volle Zustimmung! Auf den Punkt gebracht!
Aber: Rechtschreibung! Falsch: "Das zu akzeptieren scheint schwer zu fallen", richtig: " .... scheint schwerzufallen".
Leider sind solche Fehler schon ein bisschen häufig in der "Stimme". Das könnte noch ein wenig besser werden. Und der Chef sollte mit gutem Beispiel vorangehen.